Blog | Fliegenfischen mit Herz

Hier findest du Neuigkeiten von unseren Gewässern, Gedanken zur Fischerei und Lesenswertes rund ums Fliegenfischen. Kein Hochglanz – einfach das, was uns gerade beschäftigt.

Vom Hecht, der nicht mehr wegschwamm

Vom Hecht, der nicht mehr wegschwamm

Julian Huber Ab welcher Wassertemperatur man nicht mehr fischen sollte und warum Naturfische Hitze besser wegstecken.

Gestern früh begrüßt mich ein Arbeitskollege, der noch kein Fliegenfischer ist, mit einer Geschichte, die er selbst als bittersüß bezeichnet.

Letzte Woche, heißer Nachmittag, noch schnell raus auf den See, wo auch unser Boot liegt. Auf Hecht schleppen. Dass die Hitze nicht nur den Salmoniden zusetzt, ist ihm durchaus bewusst, aber es wird schon gehen. Schnell drillen, nicht aus dem Wasser nehmen, man kennt sich ja eh aus.

Und dann passiert es. Kurz vor Schluss steigt der Hecht ein, von dem man sonst höchstens träumt, wenn man den Schwedenurlaub plant. Weit über einen Meter, ich habe die Bilder selbst gesehen. Für solche Ausnahmefische gilt an diesem See ein Rücksetzgebot, es gibt ein Entnahmefenster.

Aller Behutsamkeit zum Trotz: Der Fisch schwimmt nicht mehr aus eigener Kraft vom Boot weg.

Mein letzter heißer Sommertag auf dem See.

Das sollte uns eine Warnung sein. Es gibt beim Fischen Temperaturgrenzen Sie gelten besonders dann, wenn wir den gefangenen Fisch nicht entnehmen wollen oder schlicht nicht dürfen.

Die Sauerstoffschere

So hat es der Tiroler Fischereiverband in seinem Instagram-Reel genannt:  Mit steigender Temperatur löst sich weniger Sauerstoff im Wasser, während der Fisch als wechselwarmes Tier gleichzeitig mehr davon braucht. Letztendlich erstickt der Fisch bei zu warmen Wasser. Besonders, bei körperlicher Anstrengung und Stress, wie der Drill eines Meter-Hechts.

Dass es wirklich am Sauerstoff hängt und nicht an der Temperatur selbst, sieht man am schönsten in der Fischzucht. Dort wird Sauerstoff aktiv eingebracht. Unter diesen Bedingungen kann man Becken deutlich wärmer fahren als im Bach – und die Fische fressen und wachsen sogar schneller, weil der Stoffwechsel auf Touren läuft. Im Experiment nahmen Bachforellen bei starker Sauerstoffübersättigung noch zwischen 25 und 28 °C Nahrung auf.

Im Gewässer gibt es diesen künstlich eingebrachten Sauerstoff nicht. Besonders perfide: Wenn der Sauerstoff ausgeht steigt der Laktatpegel, wie wir es z.B. vom Treppen-Steigen kennen. Unter anhaltendem Sauerstoffmangel kann der Fisch dieses kaum noch abbauen. Deshalb sterben viele zurückgesetzte Fische nicht im Kescher, sondern Stunden bis Tage später.

Wo und wann man misst

Wir sollten uns also vor dem Fischen bewusst machen, wie warm das Wasser ist. Am Bach ist die Sache einfach: Turbulentes Fließwasser ist gut durchmischt, ein Wert genügt. Sinnvoller Weise in der Strömung und wenn möglich mehrmals am Tag. Zwischen 15 und 18 Uhr erreicht die Wassertemperatur oft ihr Maximum. Wer um 9 Uhr 15 °C misst, fischt um 17 Uhr womöglich bei 21 °C.

Am See interessiert uns vorallem die warme Deckschicht an der Oberfläche. Im Sommer liegt diese über der Sprungschicht, darunter bleibt es kühl. Entscheidend ist die Temperatur dort, wo der Fisch gedrillt wird und sich erholen muss, also an der Oberfläche.

Vorher nachschauen, statt umsonst zu fahren

Wer eine Stunde oder mehr Anfahrt hat, sollte die Entscheidung nicht erst am Wasser treffen. Die Hydrographischen Dienste messen an vielen Pegeln neben Wasserstand und Abfluss auch die Wassertemperatur, meist stündlich und frei abrufbar:

  • Tirol: Hydro Online – Wasserstand, Durchfluss und Wassertemperatur an ausgewählten Stationen. Die übrigen Bundesländer haben eigene Portale, österreichweit gebündelt über eHYD.
  • Bayern: GKD Bayern – eigene Rubrik „Wassertemperatur der Flüsse", stündliche Werte, CSV-Download.
  • Schweiz: hydrodaten.admin.ch – Karte mit rund 80 Temperaturmessstellen.

Wann stellen wir das Fischen ein?

Bei den Salmoniden ist die Datenlage am besten: Oberhalb von rund 18 °C steigt die Rücksetzsterblichkeit steil an, und Temperatur und Luftexposition wirken dabei nicht additiv, sondern verstärken einander.  Keep Em Wet sollte eigentlich Standard sein, ist jetzt aber besonders wichtig!

Beim Hecht ist die Studienlage dünner; die international gängige Faustregel für Hecht und Muskie liegt bei etwa 24 °C, mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass Großfische das größte Risiko tragen. Genau die also, die unter ein Entnahmefenster fallen.

Barsch, Karpfen, und Wels hingegen kommen auch noch mit Wassertemperaturen um die 28 °C und können Ausweichziele sein.

Warum Naturfische besser damit klarkommen

Die Bachforelle ist eine der anpassungsfähigsten Fischarten überhaupt. Dies gilt aber nicht für den einzelnen Fisch, der mit Temperaturschwankungen nur schlecht zurechtkommt, sondern für die Fischart Bachforelle und ihre genetische Anpassungsfähigkeit an verschiedene Umweltbedingungen.

Bestände unterscheiden sich genetisch in ihrer Temperaturtoleranz, teils schon auf wenigen Flusskilometern, und in Untersuchungen an Schweizer Populationen zeigen genau jene Genabschnitte Selektionsspuren, die mit oberer Temperaturtoleranz zu tun haben.

Plakativ: Man stelle sich vor, man nimmt einen Stamm aus einem Gebirgssee (wie unsere Tiroler Urforelle) und setzt ihn in einen spanischen Bach. Die Art ist zwar dieselbe. Aber die spanische Population hat zehntausend Jahre lang gelernt, mit Sommerhitze und Niedrigwasser umzugehen und die Anpassungen Generation um Generation weiter-vererbt. Der Gebirgssee-Stamm hingegen hat gelernt, wie man ein kurzes, kaltes Jahr optimal ausnutzt. Diese natürliche Zuchtauswahl auf die jeweiligen Umweltbedingungen macht das Überleben in richtigen Habitat überhaupt erst möglich, würde aber zu sehr geringen Überlebenschancen im falschen Gewässer führen.

Genau das passiert im Kleinen bei jedem Besatz mit beliebigem Material. In mediterranen Flüssen gehört die Einkreuzung atlantischer Zuchtstämme heute zu den stärksten negativen Faktoren für Bestandsdichte – neben der Sommertemperatur selbst. Zuchtfische werden auf Wachstum und Handhabbarkeit selektiert, in konstant kühlem, sauerstoffgesättigtem Wasser. Auf Hitzetoleranz selektiert dort niemand. Und wenn sie ins Gewässer kommen, kennen sie die Kaltwasserrefugien nicht – Quellaustritte, Zubringermündungen, tiefe Kolke –, die Wildfische gezielt aufsuchen.

Kurz: Besatz ist keine Antwort auf ein Temperaturproblem. Beschattung, Restwasser und der Schutz der Kaltwasserzutritte sind es.

Es stellt sich natürlich die Frage, ob langsames Einkreuzen hitzetoleranter Wildbestände die Klima-Wandel-Anpassung verschnellern kann. Zu Chancen und Risiken hierzu gibt es aber meines Wissens noch keine Forschung.

Quellen

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Borgwardt, F., Unfer, G., Auer, S., Waldner, K., El-Matbouli, M., & Bechter, T. (2020). Direct and indirect climate change impacts on brown trout in Central Europe: How thermal regimes reinforce physiological stress and support the emergence of diseases. Frontiers in Environmental Science, 8, 59. https://doi.org/10.3389/fenvs.2020.00059

Brownscombe, J. W., Ward, T. D., Nowell, L., Lennox, R. J., Chapman, J. M., Danylchuk, A. J., & Cooke, S. J. (2022). Identifying thresholds in air exposure, water temperature and fish size that determine reflex impairment in brook trout exposed to catch-and-release angling. Conservation Physiology, 10(1), coac070. https://doi.org/10.1093/conphys/coac070

Elliott, J. M., & Elliott, J. A. (2010). Temperature requirements of Atlantic salmon Salmo salar, brown trout Salmo trutta and Arctic charr Salvelinus alpinus: Predicting the effects of climate change. Journal of Fish Biology, 77(8), 1793–1817. https://doi.org/10.1111/j.1095-8649.2010.02762.x

Hampuwo, B., Duenser, A., & Lahnsteiner, F. (2025). Effects of elevated temperature on gene expression, energy metabolism, and physiology in brown trout, Salmo trutta. Conservation Physiology, 13(1), coaf025. https://doi.org/10.1093/conphys/coaf025

Jungwirth, M., Haidvogl, G., Moog, O., Muhar, S., & Schmutz, S. (2003). Angewandte Fischökologie an Fließgewässern. Facultas.

Keller, I., Taverna, A., & Seehausen, O. (2011). Evidence of neutral and adaptive genetic divergence between European trout populations sampled along altitudinal gradients. Molecular Ecology, 20(9), 1888–1904. https://doi.org/10.1111/j.1365-294X.2011.05067.x

Klefoth, T., Kobler, A., & Arlinghaus, R. (2008). The impact of catch-and-release angling on short-term behaviour and habitat choice of northern pike (Esox lucius L.). Hydrobiologia, 601(1), 99–110. https://doi.org/10.1007/s10750-007-9260-5

Rocaspana, R., Alcaraz, C., & Aparicio, E. (2026). Brown trout (Salmo trutta) abundance and biomass in Mediterranean rivers: Environmental, genetic, and management drivers. Fishes, 11(4), 217. https://doi.org/10.3390/fishes11040217

Vornanen, M., Haverinen, J., & Egginton, S. (2014). Acute heat tolerance of cardiac excitation in the brown trout (Salmo trutta fario). Journal of Experimental Biology, 217(2), 299–309. https://doi.org/10.1242/jeb.091272

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Der Rissbach bekommt einen neuen Pächter

Der Rissbach bekommt einen neuen Pächter

Julian Huber Die Natur soll so bleiben wie sie ist, unberührt und vollkommen.

Bereits 1928 verordnet, ist der Naturpark Karwendel das älteste Schutzgebiet Tirols. Der Rissbach liegt in diesem wunderbaren Naturpark. Die Natur soll dort leiben wie sie ist, unberührt und vollkommen. Das verlangt Fischen, Bewirtschaftern und Fischern einiges ab. Aber es lohnt sich!

Anfang 2016 stellt sich Martin der Herrausforderung den Rissbach neu aufzubauen. Das bedeutete in einem bis dahin als schwierig geltenden Gewässer eine gesunde und reproduktionsfähige Population von Salmoniden und Koppen zu etablieren, die so stabil ist, dass sie sowohl Naturereignissen wie Hochwässern als auch Befischungsdruck Stand hält.

Mit großem Stolz haben wir ihn all die Jahre ohne Besatz geführt. Den kein Besatzfisch hat die gut ausgeprägten Instinkte der Naturforellen, die sich seit jeher den rauen Bedingungen dieses Wildflusses angepasst haben. Während Besatzfische zuvor bei jedem Frühjahrshochwasser wieder ausgeschwemmt wurden, konnten wir ohne die zusätzliche sommerlich Konkurrenz durch Besatzfische zügig wieder einen selbstreproduzierenden Stamm von Bachforellen etablieren um die regionale Genetik der Fische zu schützen.

Ein Juwel, wie es kaum ein zweites gibt

Der Rissbach schlängelt sich über 30 km durch die Landschaft des Karwendels und verbindet Tirol mit Bayern. Viel Geschiebe und wildes Wasser verlangen den Bachforellen einiges ab, sie haben wenig Zeit, sich für den Winter vorzubereiten und Eier für den Fortbestand der Art zu produzieren. Trotzdem reproduzieren sich Forellen selbst, in den perfekten Strukturen dieses einen der letzten unverbauten Wildflüsse Tirols. Genau diese Wildheit, dieses ungezähmte, verästelte System aus Flussarmen und Schotterinseln, macht den Rissbach zu einem echten Naturjuwel und zu einem der schönsten Reviere, die wir führen durften.

Eine genaue Erfassung der Fänge half uns dabei, den Aufbau der Population den Ergebnissen der Analysebefischungen durch die ÖBF gegenüberzustellen. Das Ergebnis hat uns jedes Mal aufs Neue gefreut: Trotz des schwierigen Lebensraumes erhalten wir am Rissbach einen Naturfischbestand mit perfektem Populationsaufbau, ganz ohne Zutun des Menschen.

Ein neues Kapitel für den Rissbach

Nun wandert die Fischereipacht am Rissbach wiedereinmal in neue Hände. Seit Frühjahr 2026 hat Jean-Pierre Vollrath von der Fliegenfischerschule Oberbayern. Er hat sich auf 10 Jahre verpflichtet, dieses nachhaltige Programm weiterzuführen und sich für die autochthonen Fischbestände im Rissbach einzusetzen.

Das freut uns von Herzen. Der Rissbach ist zu kostbar, um ihn irgendjemandem zu übergeben, dem nicht dasselbe am Herzen liegt wie uns: ein Fluss, der leben darf, wie es die Natur vorgesehen hat. Wir wünschen Jean-Pierre alles Gute für diese Aufgabe und freuen uns, wenn der Rissbach weiterhin ohne Besatz und im Sinne seiner ursprünglichen Fischbestände geführt wird.

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Nachruf für die Heuschrecken am Tiroler Inn

Nachruf für die Heuschrecken am Tiroler Inn

Julian Huber Warum ein Fluss Platz braucht – und was das für unsere Fliegendose bedeutet

Am 20. Juli 2026 hat der WWF eine Erhebung veröffentlicht, die man als Fliegenfischer nicht überlesen sollte: Drei für Wildflüsse charakteristische Heuschreckenarten sind am Tiroler Inn nicht mehr nachweisbar. Türks Dornschrecke, Kiesbank-Grashüpfer und Gefleckte Schnarrschrecke finden sich im ganzen Einzugsgebiet nur noch an der Ötztaler Ache. Bis vor rund 50 Jahren waren alle drei am Inn weit verbreitet; heute stehen sie auf der Roten Liste.

Das ist mehr als eine Meldung für Entomologen – es ist eine Meldung über den Zustand des Flussbetts, und damit über die Grundlage unserer Fischerei.

Die drei Verlorenen

Die drei am Inn verschollenen Arten und ihre Lebensraumanforderungen:

  • Türks Dornschrecke (Tetrix tuerki)
    • feuchte Kies-Sand-Gemische, kaum Bewuchs, volle Besonnung
  • Kiesbank-Grashüpfer (Chorthippus pullus)
    • Pionierflächen und lückige Uferfluren, Eiablage in kiesig-sandigem Boden
  • Gefleckte Schnarrschrecke (Bryodemella tuberculata)
    • großflächige Kiesbänke mit Deutscher Tamariske, Weiden, einzelnen Kiefern

Alle drei sind Spezialisten für offene, frisch umgelagerte Kies- und Sandflächen, die bei uns im Inntal leider kaum mehr auftreten. Vergleiche den Post zur Renaturierung von Geschiebe und Habitat.

Das eigentliche Problem

Dem Inn fehlt schlicht der Platz. Ohne Raum für Umlagerung und Geschiebe (Kies, Sand, Steinen) kommt es zur Sohleintiefung  anstatt zur Bildung von Kiesbänken. Die wenigen die Entstehen sind zum einen oft durch Feinsediment zugesetzt, was die Lebensraumqualität mindert. Außerdem werden sie, verständlichweise von Fischen und anderen Flussliebhabern stark frequentiert.

Genau diese offenen Kiesflächen sind auch unsere Laich- und Jungfischhabitate – nur eben zu einer anderen Jahreszeit und Wasserstand.

Fischen mit Grashüpfer-Mustern

Glücklicher weise gibt es noch andere Grafhüpfer, die ab und an ins Wasser geweht werden und die man z.B. mit den folgenden Mustern immitieren kann:  Stimulator Olive, Orange Bitch Creek.

  • Wann? Ende Juni bis Anfang Oktober, Schwerpunkt August/September. Am besten mittags und am frühen Nachmittag, nicht in der Dämmerung.
  • Größen. Haken 8–6, lang, für die großen Schnarrschrecken; Haken 12–14 für Kiesbank-Grashüpfer-Format und gängige Wiesenarten.
  • Wie fischen. Ruhig hart aufklatschen lassen – anders als bei Wasserinsekten darf der Hopper in jede Richtung treiben, auch quer oder schleifend. Auch die Flussmitte abdecken, nicht nur den Uferbereich.

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Rosswildalm – Wildalmseen – Ein natürliches Konzept

Rosswildalm – Wildalmseen – Ein natürliches Konzept

Nützlich und Hilfreich Dass es Interessierte gibt, die noch nach Naturfischbeständen suchen, ist mal höchst erfreulich. Wir arbeiten seit über 15 Jahre daran.

Liebe Freunde der Natur und vor allem der natürlichen Fischbestände.

Dass es Interessierte gibt, die noch nach Naturfischbeständen suchen, ist mal höchst erfreulich. Wir arbeiten seit über 15 Jahre daran. Wir glauben an genetisch korrekte Fischbestände, Mütter die überleben und Mütter, die ihre Intelligenz weitergeben. Die Folgegeneration von Fischen ist somit perfekt angepasst an die Umgebung, Höhenlage, Gewässerchemie und vielen weitere Kriterien.

Also setzt Fliegenfischen mit Herz zu aller erst auf heimische Fiche und ursprünglich vorkommende Arten. Somit kam nur der Seesaibling (Salvelinius umbla) für unsere Bergseen auf 2000 Metern plus in Frage. Nach langer Überprüfung kamen wir zum Schluss, dass der Mittersee und der Reinkarsee fischleer sind. Vollkommen kann nie ausgeschlossen werden, dass Bestände ausgestorben sind, wie der Bodensee beweist. Lesen sie hier.

Nach unserer Sichtung und Befischung über Jahre kamen wir zum Schluss, dass es nicht nötig ist mit Elektrobefischungen weitere Erhebungen zu machen. Diese wären unverhältnismäßig und übertrieben gewesen. Somit kam im Zuge meiner Ausbildung zum Fischereilichen Facharbeiter das

 mit an Board.

Die Basis für den Besatz – Wissen über das Gewässer

Die Höhenlage, die durchschnittliche Wassertemperatur und Eisfreiheit der Seen geben schon viele Basisinformationen her. Welche Planktonarten leben in welcher Menge dort oben? Gibt es Elritzen? Diese Keyfacts sollten vor der zu besetzenden Menge an Fisch hochgerechnet werden. Dem Initialbesatz soll es ja möglichst gut gehen, damit die Chance auf Überleben und Fortpflanzung auf einer guten Basis gewahrt bleibt. Im weiteren stehen da ja manchmal Verhandlungen zu Umweltförderungen an, da müssen die Daten und das Konzept passen. Zum Glück ist das so, damit das sinnlose Besetzen von Fischen irgendwann ein Ende hat. Zum größten Teil hat Fischbesatz keinen Sinn und erhöht auch das Risiko des Einbringens von Parasiten oder Fischkrankheiten.

Die Vermeidung von Fischkrankheiten beim Initialbesatz

Wir haben uns die Sache einfach gemacht. Der Besatz wurde von einem Veterinärmediziner auf Krankheiten geprüft. Dieser nimmt die nötigen Gewebeproben und Wasserproben in der Zucht. Nach einer intensiven Prüfung erstellt der Veterinär das Zertifikat und dieses kommt mit dem Besatz. Erst dann können wir sicher sein, dass unser Bemühen die Seen neu zu besetzen nicht nach hinten losgeht. Etwaige nicht auszuschließende Restbestände sind bestmöglich geschützt, die besetzten Fische selbst sind auch unbedenklich und die reichlich vorhandenen Elritzen und anderen Wasserbewohner fürchten ebenso keine Folgen des Besatzes.

Vielen lieben Dank an alle Beteiligten, an den Tiroler Fischereiverband, die Fischzucht die ebenso als seuchenfrei deklariert ist und natürlich den Besitzern der Seen sowie dem Revierausschuss Kitzbühel, der uns kräftig unterstützt hat.

Im Sinne der Natur gehen wir unseren Weg weiter und bieten jederzeit unsere Hilfe bei ähnlichen Projekten an!

Hier gehts zur Rosswildalm

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Über die Schönheit und Scheu wilder Bachforellen, den feinen Unterschied zu Besatzfischen und warum echte Wildfisch-Gewässer das Herz jedes Fliegenfischers höherschlagen lassen.

Wilde Bachforellen – Warum der Wildfisch für mich den Unterschied macht

Sepp Prantler Über die Schönheit und Scheu wilder Bachforellen und warum echte Wildfisch-Gewässer das Herz jedes Fliegenfischers höherschlagen lassen.

Der Blick von der Brücke

Wenn es meine Zeit gerade zuläßt kann ich nicht leicht über eine Brücke fahren, ohne einen Blick ins Wasser zu werfen. In der Hoffnung, den einen oder anderen Fisch auszumachen. Natürlich auch im Urlaub auf der Mittelmeerinsel Korsika.

Wer sich sie besonders kurzschnäuzigen Bachforellen genauer anschauen möchte, kann einen Blick in den wissenschalftlichen Artikel von Schöffmann 2021 in Österreichs Fischerei Band 74 werfen.

Korsische Lektionen in Vorsicht

Bei meinen ersten Versuchen, eine dieser besonderen korsischen Bachforellen an die Fliege zu bekommen, hatte ich schon die Erfahrung gemacht, daß diese Fische außerordentlich scheu sind und bei unvorsichtigem Verhalten sofort flüchten.

An einer steinernen Brücke mit einer recht hohen Brüstung konnte ich mich bis zur Mitte in gebückter Haltung annähern, ohne eine weithin sichtbare Silhuette abzugeben.

Ganz langsam hob ich meinen Kopf über die Brüstung, um einen Blick ins Wasser zu werfen. Leider konnte ich nur noch die panisch flüchtenden Bachforellen unter mir wahrnehmen. Die Brücke war sicher mehr als zehn Meter hoch und die Sonne stand so, daß dass kein Schatten von mir aufs Wasser fiel. Und ich hatte wirklich nur meinen Kopf über die Brüstung geschoben.

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Die Schönheit der Bachforelle

Bachforellen sind für mich die schönsten heimischen Fische. Sie entwickeln ein unglaubliches Farbenspektrum. In Gewässern mit hellem Kiesgrund können sie hell silbern wie frisch aufgestiegene Lachse wirken, bei denen kaum eine Zeichnung erkannt werden kann.

In Berg- und Wiesenbächen sind sie oft deutlich braun, grün und am Bauch satt gelb gefärbt, mit kräftigen roten Punkten. Größere Forellen in ihren Unterständen dagegen sind meist sehr dunkel, manchmal fast schon schwarz. Ein unglaubliches breites Farbenspektrum können diese Fische entwickeln.

Die Bachforelle braucht den Vergleich zu bunten exotischen Fische in fernen Ländern nicht zu scheuen, sie ist eine wahre Schönheit!

Ja, und wilde Bachforellen sind scheu. Wilde Bachforellen leben auch gerne heimlich und nutzen vorhandene Strukturen perfekt, um sich den Blicken ihrer Feinde zu entziehen.

Der Überraschungsfisch im Mühlkanal

An einem Mühlkanal ließ es der üppige Uferbewuchs zu, daß ich mir gut blickgeschützt nähern konnte. An einigen Stellen gab es kleine Lücken in der Botanik, die vorsichtige Würfe aufs Wasser zuließen. Einige schöne Regenbogenforellen waren im Mittelwasser nahe dem gegenüberliegende Ufer auszumachen.

Ich fand eine Wurfposition, wo ich meine Trockenfliege mit genug Vorhalt präsentieren konnte. Der Wurf gelang, die Fliege landete nur wenige Zentimeter oberhalb eines kleinen Pflanzenteppichs, der unspektakulär über die Betonkante des Kanals wucherte.

Als die Fliege an dem Pflanzenteppich vorbei trieb, schob eine gute Bachforelle ihren Kopf unter den Pflanzen heraus und nahm die Fliege. Trotz meiner Überraschung gelang der Anhieb und ich konnte die wunderschön gefärbte, kräftige Bachforelle landen. Mit knapp über fünfzig Zentimetern war sie deutlich größer, als die Regenbogenforellen, die ich eigentlich anfischen wollte.

Schnell wurde der Fisch noch im Wasser vom Schonhaken befreit und durfte davonschwimmen.

Niemals hätte ich vermutet, daß unter dem kleinen Pflanzenbewuchs eine so große Forelle stehen könnte, die gerade mal so darunter passte.

Wild gegen besetzt – zwei Welten

Besetzte Bachforellen dagegen verhalten sich meist völlig anders. Die findet man oft auch im Freiwasser und sie haben eine deutlich größere Toleranz gegenüber unvorsichtigem Annähern oder Fliegenfischern, die gerne ins Wasser rennen, bevor sie die ersten Würfe machen. In der Fischzucht kennen die Fische Menschen vor allem, weil sie Futter ins Wasser werfen. Entsprechend leichter sind besetzte Bachforellen auch für den Fischer fangbar.

Anschleichen statt Anwaten

An Gewässern mit wild gewachsenen Bachforellen sollte man deshalb alle nur denkbaren Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Das beginnt bei der Annäherung ans Wasser. Es sollte eher ein Anschleichen mit langsamen, bedächtigen Bewegungen sein. Die besten Fische stehen oft direkt am eigenen Ufer.
Ins Wasser sollte man nur gehen, wenn es gar nicht anders möglich ist. Wilde Fische erkennen auch an den Druckwellen im Wasser, daß etwas nicht stimmt.

Leerwürfe über dem Wasser sollten vermieden werden. Besser die Leerwürfe außerhalb des Sichtbereiches der Fische machen und erst mit finalen Würfen die Standplätze der Bachforellen anwerfen.

Daran denken, daß flüchtende Fische auch anderen Fische beunruhigen, selbst wenn diese den Fischer noch gar nicht wahrgenommen haben.

Können besetzte Fische wild werden?

Natürlich lernen auch besetzte Bachforellen dazu, wenn sie lange genug überlebt haben. Wenn sie nicht ein Hochwasser weggespült hat, wenn die unerfahrenen Fische nicht leichte Beute von Prädatoren wurden, sie nicht in der Bratpfanne gelandet sind, mit nicht waidgerechtem Material zu Tode gedrillt wurden, oder an den Folgen einer längeren Fotosession verendeten.

Für die wenigen besetzten Bachforellen, die all das überlebt haben, gelten dann natürlich die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie für wild gewachsene Bachforellen.

Der entscheidende Unterschied

Für mich gibt es aber einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen Gewässern ohne Besatz und Gewässern mit Besatz:

Nur bei Gewässern mit reinen Wildfischen kann ich sicher sein, alles richtig gemacht zu haben. Daß es meine Erfahrungen und mein Können waren, die den Fisch überlistet haben.

Daß es eben keine unerfahrenen halb verhungerten Fische waren, die an den Haken gingen, die noch vor Kurzem in einem Teich ihre Runden gedreht haben und praktisch alles nehmen, das man ihnen so hinwirft.

Dankbarkeit und Demut

Klar, daß man nicht immer die Möglichkeit hat, seiner Passion in Gewässern mit reinen Wildfisch-Beständen nachzugehen. Mir geht es auch so, daß nur sehr wenige Reviere in meiner Nähe sind, die ganz ohne Besatzmaßnahmen bewirtschaftet werden und wo man Zugang hat.

Um so mehr freue ich mich auf die Tage im Jahr, an denen ich meine Leine auf echte wilde Fische entfalten darf. Wo jeder Fisch, den ich mit der künstlichen Fliege überzeugen kann, mir das Gefühl gibt, dass ich über die Jahre beim Fliegenfischen etwas gelernt habe.

Es gibt natürlich auch die Momente, wo die wilden Fische mir zeigen, daß ich nicht alles richtig gemacht habe und daß ich besser noch dazulernen sollte. Diese Momente vermitteln mir dann wieder das nötige Maß an Bescheidenheit und Selbstreflexion, das untrennbar mit dem Fliegenfischen verbunden sein sollte.

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Meine Magie des Fliegenfischens

Meine Magie des Fliegenfischens

Sepp Prantler Wie aus einem Golfplatz-Ausweichplan eine tiefe Leidenschaft wurde: Über die Faszination des Fliegenfischens, den Wert des Wildfischs und magische Momente.

Wie alles begann – und warum es kein Golf wurde

Am Anfang meiner Fliegenfischer-Karriere stand die Suche nach einer Beschäftigung, die mich vom alltäglichen beruflichen Stress für einige Stunden befreien konnte. Golfen stand erst mal ganz oben auf der Liste. Es war März und alle Golfplätze waren witterungsbedingt unbespielbar. Ein Fliegenfischerkurs war zeitlich früher umsetzbar. Was verhinderte, daß ich zum Golfer wurde.

Sepp Prantler in seinem Magischen Moment

Lehrjahre ohne Fisch

Die Anfänge meiner neuen Passion waren hart. Nach dem Kurs kaufte ich mir umgehend eine Jahreskarte an einem großen Voralpenfluß. Und fing erst mal … nichts! Das, obwohl ich drei bis vier Tage die Woche am Wasser war. Aber so konnte ich ganz entspannt die Zeit ohne den Störfaktor Fisch an der Leine nutzen, um das Werfen mit der Fliegenrute zu üben und ein Verständnis für das Leben am und im Wasser entwickeln.

Irgendwann war der Bann gebrochen und es verfingen sich erst einzelne und schön langsam immer öfter Forellen und Äschen an meinen Fliegen.

Das mit dem Abschalten funktionierte ganz hervorragend. Schon beim Einpacken der Ausrüstung ins Auto war der Alltagsstress meist vollständig verflogen. Am Wasser war ich sowieso beschäftigt und die damit verbundenen Erlebnisse wirkten noch lange nach, als ich längst wieder zu Hause war.

Von der Nymphe zur Trockenfliege – mein Weg zu den Fischen

Anfangs fischte ich gerne mit allem, was man so probieren kann: Nymphe, Streamer, Naß- und Trockenfliege. Meist kam aber die Nymphe an das Vorfach. Und ich wollte auf alle möglichen Arten fischen: Forellen, Äschen, Lachs, Meerforelle, Huchen, Steelhead, Barsch, Hecht und was sonst nicht noch alles. Bevorzugt in den Fließgewässern. Die großen „Wasserlatschen“ wie Seen oder das Meer schaue ich mir lieber bei einem gepflegten Drink von der Terrasse eines Cafe´s an.


Das mit den Lachsen, Meerforellen, Huchen und Steelhead funktionierte erstaunlich gut, hatte da wahrscheinlich einfach unglaublich viel Glück. Aber mehr und mehr kristallisierte sich für mich heraus, daß das Fliegenfischen auf Forellen und Äschen meine wirkliche Leidenschaft ist. Die Werferei mit schwerem Gerät und riesigen Fliegen macht mir einfach weniger Spaß, als der Umgang mit den wesentlich leichteren Fliegenruten für Forellen und Äschen.

Eins mit der Weltkugel

Schon zu Beginn meines Fliegenfischer-Lebens öffneten sich meine Sinne, konnte ich die Verbundenheit über Rute, Leine und Fliege in das mystische Element Wasser förmlich spüren. Das Schwingen der Leine entwickelte sich für mich wie eine Art Meditation.

Mein geschätzter Freund Albert Pesendorfer, Obmann der Freunde der Gmundner Traun“, drückte es so aus:

„Beim Werfen der Schlaufe bist Du Eins mit der Weltkugel.“ Treffend formuliert, lieber Albert!

Fischwasser in der Ferne

Auch in die Ferne trieb es mich fischend. Nach Irland, Schweden, England, Italien, Slowenien, Korsika, Südfrankreich, Spanien, USA und Kanada. Alles mehr oder weniger reine Fischerei-Reisen. Oft alleine, manchmal von Freunden organisiert. Und auch da hatte ich meistens richtig viel Glück, daß die Bedingungen passten.

Mittlerweile mache ich solche reinen Fischer-Reisen nur mehr sehr selten. Das Fischer-Glück liegt oft näher, als man denkt.

Der Wert des Wildfischs

Anfangs war ich froh um jeden Fisch, der mir an die Leine ging. Daß das in den meisten Gewässern vor allem Besatzfische waren, beschäftigte mich nicht wirklich. Viele Fische fangen und möglichst große, fand ich einfach gut.

Auch da gab es eine Reihe von Entwicklungsstufen, die ich durchgemacht habe. Das hing überwiegend damit zusammen, daß ich mich immer mehr für den Gewässerschutz und den Erhalt natürlicher heimischer Fischbestände einsetzte.

Der Wert des Wildfisches gewann zunehmend an Bedeutung. Mittlerweile zählt für mich der Fang einer 25 Zentimeter langen wilden Forelle wesentlich mehr, als der Fang eines kapitalen Besatzfisches. Und lieber fange ich einen echten Wildfisch, als zehn Besatzfische.

Wild oder besetzt? – Warum der Unterschied zählt

Klar, daß auch Besatzfische dazu lernen, wenn sie intensiv befischt werden und lange genug im Gewässer überleben, damit sie Erfahrungen sammeln können. Aber Wildfische sind von Natur aus und immer ungleich scheuer und kritischer gegenüber den angebotenen Fliegen und dem Verhalten der Fischer am Wasser.

Mittlerweile sind Besatzfische auch nicht immer an verstümmelten Flossen erkennbar, da gibt es heutzutage optisch schöneres Besatzmaterial.
Beispiel Gewässer, an dem es sowohl selbst reproduzierende Wildfische gibt, als auch Fische, die besetzt werden:
Fängt man eine 40er-Bachforelle, kann man nicht wirklich sicher sein, ob diese kurz vorher besetzt wurde und der nahende Hungertod den Fisch die Fliege hat völlig unkritisch nehmen lassen, oder ob es sich um einen äußerst kritischen Wildfisch handelt, der nur auf die Fliege reagiert hat, weil der Fliegenfischer alles richtig gemacht hat. In solchen Gewässern kann man nur sicher sein, daß es sich um einen Wildfisch handelt, wenn man weiß, daß dieser kleiner ist, als die Besatzfische, die eingesetzt werden.

Leuchttürme der Bewirtschaftung ohne Besatz

Und eine 40er-Bachforelle wäre in den allermeisten Gewässern schon ein recht passabel großer Wildfisch, den man nicht regelmäßig fängt. Es gibt sogar viele Gewässer, in den eine Bachforelle in dieser Größe natürlicherweise als Kapital zu bezeichnen wäre.


In einem Gewässer, das nicht besetzt wird, gibt es halt nur Wildfische und bei jedem Fisch, den man an den Haken bringt, muss der Fischer alles richtig gemacht haben. Manchmal kommt es mir beim Trockenfliegenfischen so vor, daß Fische die Fliege nur wegstoßen oder mir verächtlich mit der Schwanzflosse winken, wenn sie den Betrug mit der künstlichen Fliege erkannt haben.


Um so besser, daß langsam ein Umdenken bei einzelnen Gewässerbewirtschaftern Einzug hält. Vorreiter für diese beispielhafte Art der Bewirtschaftung ohne Besatz ist sicher der Verein „Die Bewirtschafter“, der von engagierten Fischereibiologen gegründet wurde. Diese bewirtschaften seit langen Jahren die Ois, den Kleinen Kamp und ein Stück der Ybbs bei Amstetten. Sie beweisen damit, daß selbst in Zeiten eines hohen Prädatorendrucks durch Vögel und Otter hervorragende Wildfischbestände aufgebaut und erhalten werden können.

Der Präsident des Österreichischen Fischereiverbandes, Gert Gradnitzer, demonstriert mit seiner Strecke an der Möll, daß selbst an einem Revier, das von fünf Kraftwerken beeinflußt wird, ein super Wildfischbestand aufgebaut werden kann.

Oberhalb von Aigen/Schlägl bewirtschaftet sogar ein Tourismusverband eine Strecke der Großen Mühl seit langen Jahren ohne Besatz. Fast wie an einem Kreidefluss fühlt man sich da, wenn man auf die naturgewachsenen wunderschönen Bachforellen fischt.

Und auch „Fliegenfischen mit Herz“ zeigt an der Steinberger Ache, daß gute und rein natürliche Bachforellen-Bestände keine Utopie sind, sondern praktische Realität.

Tolle Initiativen wie der vom ehemaligen ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel gegründete River and Nature Trust (RNT) unterstützen die Arbeit hin zu natürlichen Wildfischbeständen wirkungsvoll. Mit seiner Erfahrung im Umgang mit den Medien gelingt es Schröcksnadel immer wieder wirkungsvoll, dieses wichtige Thema präsent zu halten.
Schön, daß es solche Ausnahmegewässer als Leuchttürme erfolgreich gelebter Bewirtschaftung ganz ohne Besatz gibt. Und noch schöner ist es, daß alle diese Gewässer für verantwortungsvolle Fliegenfischer zugänglich sind.

Meine magischen Momente beim Fliegenfischen sind, wenn ich an solchen Gewässern fischen darf.

Meine magischen Momente

Wenn ich am Wasser an einem Zug unter mir steigende Fische ausmachen kann. Mich diesem Zug trotz fehlender Deckung vorsichtig nähere, die Leine so in die Luft bringe, so werfe, daß die steigenden Fische nicht verscheucht werden und es mir vielleicht sogar noch gelingt, einen dieser scheuen und wundschönen wilden Bachforellen an den Haken zu bringen. Was nicht immer so glatt läuft.

Dann fühle ich mich mitten in der Natur. Als Teil eines Ganzen, bei dem die scheinbare Grenze der Wasseroberfläche aufgelöst wird. Unfassbar tiefe Zufriedenheit durchströmt mich in solchen Momenten.

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