Nachruf für die Heuschrecken am Tiroler Inn

Am 20. Juli 2026 hat der WWF eine Erhebung veröffentlicht, die man als Fliegenfischer nicht überlesen sollte: Drei für Wildflüsse charakteristische Heuschreckenarten sind am Tiroler Inn nicht mehr nachweisbar. Türks Dornschrecke, Kiesbank-Grashüpfer und Gefleckte Schnarrschrecke finden sich im ganzen Einzugsgebiet nur noch an der Ötztaler Ache. Bis vor rund 50 Jahren waren alle drei am Inn weit verbreitet; heute stehen sie auf der Roten Liste.

Das ist mehr als eine Meldung für Entomologen – es ist eine Meldung über den Zustand des Flussbetts, und damit über die Grundlage unserer Fischerei.

Die drei Verlorenen

Die drei am Inn verschollenen Arten und ihre Lebensraumanforderungen:

  • Türks Dornschrecke (Tetrix tuerki)
    • feuchte Kies-Sand-Gemische, kaum Bewuchs, volle Besonnung
  • Kiesbank-Grashüpfer (Chorthippus pullus)
    • Pionierflächen und lückige Uferfluren, Eiablage in kiesig-sandigem Boden
  • Gefleckte Schnarrschrecke (Bryodemella tuberculata)
    • großflächige Kiesbänke mit Deutscher Tamariske, Weiden, einzelnen Kiefern

Alle drei sind Spezialisten für offene, frisch umgelagerte Kies- und Sandflächen, die bei uns im Inntal leider kaum mehr auftreten. Vergleiche den Post zur Renaturierung von Geschiebe und Habitat.

Das eigentliche Problem

Dem Inn fehlt schlicht der Platz. Ohne Raum für Umlagerung und Geschiebe (Kies, Sand, Steinen) kommt es zur Sohleintiefung  anstatt zur Bildung von Kiesbänken. Die wenigen die Entstehen sind zum einen oft durch Feinsediment zugesetzt, was die Lebensraumqualität mindert. Außerdem werden sie, verständlichweise von Fischen und anderen Flussliebhabern stark frequentiert.

Genau diese offenen Kiesflächen sind auch unsere Laich- und Jungfischhabitate – nur eben zu einer anderen Jahreszeit und Wasserstand.

Fischen mit Grashüpfer-Mustern

Glücklicher weise gibt es noch andere Grafhüpfer, die ab und an ins Wasser geweht werden und die man z.B. mit den folgenden Mustern immitieren kann:  Stimulator Olive, Orange Bitch Creek.

  • Wann? Ende Juni bis Anfang Oktober, Schwerpunkt August/September. Am besten mittags und am frühen Nachmittag, nicht in der Dämmerung.
  • Größen. Haken 8–6, lang, für die großen Schnarrschrecken; Haken 12–14 für Kiesbank-Grashüpfer-Format und gängige Wiesenarten.
  • Wie fischen. Ruhig hart aufklatschen lassen – anders als bei Wasserinsekten darf der Hopper in jede Richtung treiben, auch quer oder schleifend. Auch die Flussmitte abdecken, nicht nur den Uferbereich.