Der Rissbach bekommt einen neuen Pächter

Bereits 1928 verordnet, ist der Naturpark Karwendel das älteste Schutzgebiet Tirols. Der Rissbach liegt in diesem wunderbaren Naturpark. Die Natur soll dort leiben wie sie ist, unberührt und vollkommen. Das verlangt Fischen, Bewirtschaftern und Fischern einiges ab. Aber es lohnt sich!

Anfang 2016 stellt sich Martin der Herrausforderung den Rissbach neu aufzubauen. Das bedeutete in einem bis dahin als schwierig geltenden Gewässer eine gesunde und reproduktionsfähige Population von Salmoniden und Koppen zu etablieren, die so stabil ist, dass sie sowohl Naturereignissen wie Hochwässern als auch Befischungsdruck Stand hält.

Mit großem Stolz haben wir ihn all die Jahre ohne Besatz geführt. Den kein Besatzfisch hat die gut ausgeprägten Instinkte der Naturforellen, die sich seit jeher den rauen Bedingungen dieses Wildflusses angepasst haben. Während Besatzfische zuvor bei jedem Frühjahrshochwasser wieder ausgeschwemmt wurden, konnten wir ohne die zusätzliche sommerlich Konkurrenz durch Besatzfische zügig wieder einen selbstreproduzierenden Stamm von Bachforellen etablieren um die regionale Genetik der Fische zu schützen.

Ein Juwel, wie es kaum ein zweites gibt

Der Rissbach schlängelt sich über 30 km durch die Landschaft des Karwendels und verbindet Tirol mit Bayern. Viel Geschiebe und wildes Wasser verlangen den Bachforellen einiges ab, sie haben wenig Zeit, sich für den Winter vorzubereiten und Eier für den Fortbestand der Art zu produzieren. Trotzdem reproduzieren sich Forellen selbst, in den perfekten Strukturen dieses einen der letzten unverbauten Wildflüsse Tirols. Genau diese Wildheit, dieses ungezähmte, verästelte System aus Flussarmen und Schotterinseln, macht den Rissbach zu einem echten Naturjuwel und zu einem der schönsten Reviere, die wir führen durften.

Eine genaue Erfassung der Fänge half uns dabei, den Aufbau der Population den Ergebnissen der Analysebefischungen durch die ÖBF gegenüberzustellen. Das Ergebnis hat uns jedes Mal aufs Neue gefreut: Trotz des schwierigen Lebensraumes erhalten wir am Rissbach einen Naturfischbestand mit perfektem Populationsaufbau, ganz ohne Zutun des Menschen.

Ein neues Kapitel für den Rissbach

Nun wandert die Fischereipacht am Rissbach wiedereinmal in neue Hände. Seit Frühjahr 2026 hat Jean-Pierre Vollrath von der Fliegenfischerschule Oberbayern. Er hat sich auf 10 Jahre verpflichtet, dieses nachhaltige Programm weiterzuführen und sich für die autochthonen Fischbestände im Rissbach einzusetzen.

Das freut uns von Herzen. Der Rissbach ist zu kostbar, um ihn irgendjemandem zu übergeben, dem nicht dasselbe am Herzen liegt wie uns: ein Fluss, der leben darf, wie es die Natur vorgesehen hat. Wir wünschen Jean-Pierre alles Gute für diese Aufgabe und freuen uns, wenn der Rissbach weiterhin ohne Besatz und im Sinne seiner ursprünglichen Fischbestände geführt wird.