Blog

Nachruf für die Heuschrecken am Tiroler Inn

Nachruf für die Heuschrecken am Tiroler Inn

Julian Huber Warum ein Fluss Platz braucht – und was das für unsere Fliegendose bedeutet

Am 20. Juli 2026 hat der WWF eine Erhebung veröffentlicht, die man als Fliegenfischer nicht überlesen sollte: Drei für Wildflüsse charakteristische Heuschreckenarten sind am Tiroler Inn nicht mehr nachweisbar. Türks Dornschrecke, Kiesbank-Grashüpfer und Gefleckte Schnarrschrecke finden sich im ganzen Einzugsgebiet nur noch an der Ötztaler Ache. Bis vor rund 50 Jahren waren alle drei am Inn weit verbreitet; heute stehen sie auf der Roten Liste.

Das ist mehr als eine Meldung für Entomologen – es ist eine Meldung über den Zustand des Flussbetts, und damit über die Grundlage unserer Fischerei.

Die drei Verlorenen

Die drei am Inn verschollenen Arten und ihre Lebensraumanforderungen:

  • Türks Dornschrecke (Tetrix tuerki)
    • feuchte Kies-Sand-Gemische, kaum Bewuchs, volle Besonnung
  • Kiesbank-Grashüpfer (Chorthippus pullus)
    • Pionierflächen und lückige Uferfluren, Eiablage in kiesig-sandigem Boden
  • Gefleckte Schnarrschrecke (Bryodemella tuberculata)
    • großflächige Kiesbänke mit Deutscher Tamariske, Weiden, einzelnen Kiefern

Alle drei sind Spezialisten für offene, frisch umgelagerte Kies- und Sandflächen, die bei uns im Inntal leider kaum mehr auftreten. Vergleiche den Post zur Renaturierung von Geschiebe und Habitat.

Das eigentliche Problem

Dem Inn fehlt schlicht der Platz. Ohne Raum für Umlagerung und Geschiebe (Kies, Sand, Steinen) kommt es zur Sohleintiefung  anstatt zur Bildung von Kiesbänken. Die wenigen die Entstehen sind zum einen oft durch Feinsediment zugesetzt, was die Lebensraumqualität mindert. Außerdem werden sie, verständlichweise von Fischen und anderen Flussliebhabern stark frequentiert.

Genau diese offenen Kiesflächen sind auch unsere Laich- und Jungfischhabitate – nur eben zu einer anderen Jahreszeit und Wasserstand.

Fischen mit Grashüpfer-Mustern

Glücklicher weise gibt es noch andere Grafhüpfer, die ab und an ins Wasser geweht werden und die man z.B. mit den folgenden Mustern immitieren kann:  Stimulator Olive, Orange Bitch Creek.

  • Wann? Ende Juni bis Anfang Oktober, Schwerpunkt August/September. Am besten mittags und am frühen Nachmittag, nicht in der Dämmerung.
  • Größen. Haken 8–6, lang, für die großen Schnarrschrecken; Haken 12–14 für Kiesbank-Grashüpfer-Format und gängige Wiesenarten.
  • Wie fischen. Ruhig hart aufklatschen lassen – anders als bei Wasserinsekten darf der Hopper in jede Richtung treiben, auch quer oder schleifend. Auch die Flussmitte abdecken, nicht nur den Uferbereich.

Permalink

Rosswildalm – Wildalmseen – Ein natürliches Konzept

Rosswildalm – Wildalmseen – Ein natürliches Konzept

Nützlich und Hilfreich Dass es Interessierte gibt, die noch nach Naturfischbeständen suchen, ist mal höchst erfreulich. Wir arbeiten seit über 15 Jahre daran.

Liebe Freunde der Natur und vor allem der natürlichen Fischbestände.

Dass es Interessierte gibt, die noch nach Naturfischbeständen suchen, ist mal höchst erfreulich. Wir arbeiten seit über 15 Jahre daran. Wir glauben an genetisch korrekte Fischbestände, Mütter die überleben und Mütter, die ihre Intelligenz weitergeben. Die Folgegeneration von Fischen ist somit perfekt angepasst an die Umgebung, Höhenlage, Gewässerchemie und vielen weitere Kriterien.

Also setzt Fliegenfischen mit Herz zu aller erst auf heimische Fiche und ursprünglich vorkommende Arten. Somit kam nur der Seesaibling (Salvelinius umbla) für unsere Bergseen auf 2000 Metern plus in Frage. Nach langer Überprüfung kamen wir zum Schluss, dass der Mittersee und der Reinkarsee fischleer sind. Vollkommen kann nie ausgeschlossen werden, dass Bestände ausgestorben sind, wie der Bodensee beweist. Lesen sie hier.

Nach unserer Sichtung und Befischung über Jahre kamen wir zum Schluss, dass es nicht nötig ist mit Elektrobefischungen weitere Erhebungen zu machen. Diese wären unverhältnismäßig und übertrieben gewesen. Somit kam im Zuge meiner Ausbildung zum Fischereilichen Facharbeiter das

 mit an Board.

Die Basis für den Besatz – Wissen über das Gewässer

Die Höhenlage, die durchschnittliche Wassertemperatur und Eisfreiheit der Seen geben schon viele Basisinformationen her. Welche Planktonarten leben in welcher Menge dort oben? Gibt es Elritzen? Diese Keyfacts sollten vor der zu besetzenden Menge an Fisch hochgerechnet werden. Dem Initialbesatz soll es ja möglichst gut gehen, damit die Chance auf Überleben und Fortpflanzung auf einer guten Basis gewahrt bleibt. Im weiteren stehen da ja manchmal Verhandlungen zu Umweltförderungen an, da müssen die Daten und das Konzept passen. Zum Glück ist das so, damit das sinnlose Besetzen von Fischen irgendwann ein Ende hat. Zum größten Teil hat Fischbesatz keinen Sinn und erhöht auch das Risiko des Einbringens von Parasiten oder Fischkrankheiten.

Die Vermeidung von Fischkrankheiten beim Initialbesatz

Wir haben uns die Sache einfach gemacht. Der Besatz wurde von einem Veterinärmediziner auf Krankheiten geprüft. Dieser nimmt die nötigen Gewebeproben und Wasserproben in der Zucht. Nach einer intensiven Prüfung erstellt der Veterinär das Zertifikat und dieses kommt mit dem Besatz. Erst dann können wir sicher sein, dass unser Bemühen die Seen neu zu besetzen nicht nach hinten losgeht. Etwaige nicht auszuschließende Restbestände sind bestmöglich geschützt, die besetzten Fische selbst sind auch unbedenklich und die reichlich vorhandenen Elritzen und anderen Wasserbewohner fürchten ebenso keine Folgen des Besatzes.

Vielen lieben Dank an alle Beteiligten, an den Tiroler Fischereiverband, die Fischzucht die ebenso als seuchenfrei deklariert ist und natürlich den Besitzern der Seen sowie dem Revierausschuss Kitzbühel, der uns kräftig unterstützt hat.

Im Sinne der Natur gehen wir unseren Weg weiter und bieten jederzeit unsere Hilfe bei ähnlichen Projekten an!

Hier gehts zur Rosswildalm

Permalink

Über die Schönheit und Scheu wilder Bachforellen, den feinen Unterschied zu Besatzfischen und warum echte Wildfisch-Gewässer das Herz jedes Fliegenfischers höherschlagen lassen.

Wilde Bachforellen – Warum der Wildfisch für mich den Unterschied macht

Sepp Prantler Über die Schönheit und Scheu wilder Bachforellen und warum echte Wildfisch-Gewässer das Herz jedes Fliegenfischers höherschlagen lassen.

Der Blick von der Brücke

Wenn es meine Zeit gerade zuläßt kann ich nicht leicht über eine Brücke fahren, ohne einen Blick ins Wasser zu werfen. In der Hoffnung, den einen oder anderen Fisch auszumachen. Natürlich auch im Urlaub auf der Mittelmeerinsel Korsika.

Wer sich sie besonders kurzschnäuzigen Bachforellen genauer anschauen möchte, kann einen Blick in den wissenschalftlichen Artikel von Schöffmann 2021 in Österreichs Fischerei Band 74 werfen.

Korsische Lektionen in Vorsicht

Bei meinen ersten Versuchen, eine dieser besonderen korsischen Bachforellen an die Fliege zu bekommen, hatte ich schon die Erfahrung gemacht, daß diese Fische außerordentlich scheu sind und bei unvorsichtigem Verhalten sofort flüchten.

An einer steinernen Brücke mit einer recht hohen Brüstung konnte ich mich bis zur Mitte in gebückter Haltung annähern, ohne eine weithin sichtbare Silhuette abzugeben.

Ganz langsam hob ich meinen Kopf über die Brüstung, um einen Blick ins Wasser zu werfen. Leider konnte ich nur noch die panisch flüchtenden Bachforellen unter mir wahrnehmen. Die Brücke war sicher mehr als zehn Meter hoch und die Sonne stand so, daß dass kein Schatten von mir aufs Wasser fiel. Und ich hatte wirklich nur meinen Kopf über die Brüstung geschoben.

Foto von Christian Lendl auf Unsplash" loading="lazy" decoding="async">

Die Schönheit der Bachforelle

Bachforellen sind für mich die schönsten heimischen Fische. Sie entwickeln ein unglaubliches Farbenspektrum. In Gewässern mit hellem Kiesgrund können sie hell silbern wie frisch aufgestiegene Lachse wirken, bei denen kaum eine Zeichnung erkannt werden kann.

In Berg- und Wiesenbächen sind sie oft deutlich braun, grün und am Bauch satt gelb gefärbt, mit kräftigen roten Punkten. Größere Forellen in ihren Unterständen dagegen sind meist sehr dunkel, manchmal fast schon schwarz. Ein unglaubliches breites Farbenspektrum können diese Fische entwickeln.

Die Bachforelle braucht den Vergleich zu bunten exotischen Fische in fernen Ländern nicht zu scheuen, sie ist eine wahre Schönheit!

Ja, und wilde Bachforellen sind scheu. Wilde Bachforellen leben auch gerne heimlich und nutzen vorhandene Strukturen perfekt, um sich den Blicken ihrer Feinde zu entziehen.

Der Überraschungsfisch im Mühlkanal

An einem Mühlkanal ließ es der üppige Uferbewuchs zu, daß ich mir gut blickgeschützt nähern konnte. An einigen Stellen gab es kleine Lücken in der Botanik, die vorsichtige Würfe aufs Wasser zuließen. Einige schöne Regenbogenforellen waren im Mittelwasser nahe dem gegenüberliegende Ufer auszumachen.

Ich fand eine Wurfposition, wo ich meine Trockenfliege mit genug Vorhalt präsentieren konnte. Der Wurf gelang, die Fliege landete nur wenige Zentimeter oberhalb eines kleinen Pflanzenteppichs, der unspektakulär über die Betonkante des Kanals wucherte.

Als die Fliege an dem Pflanzenteppich vorbei trieb, schob eine gute Bachforelle ihren Kopf unter den Pflanzen heraus und nahm die Fliege. Trotz meiner Überraschung gelang der Anhieb und ich konnte die wunderschön gefärbte, kräftige Bachforelle landen. Mit knapp über fünfzig Zentimetern war sie deutlich größer, als die Regenbogenforellen, die ich eigentlich anfischen wollte.

Schnell wurde der Fisch noch im Wasser vom Schonhaken befreit und durfte davonschwimmen.

Niemals hätte ich vermutet, daß unter dem kleinen Pflanzenbewuchs eine so große Forelle stehen könnte, die gerade mal so darunter passte.

Wild gegen besetzt – zwei Welten

Besetzte Bachforellen dagegen verhalten sich meist völlig anders. Die findet man oft auch im Freiwasser und sie haben eine deutlich größere Toleranz gegenüber unvorsichtigem Annähern oder Fliegenfischern, die gerne ins Wasser rennen, bevor sie die ersten Würfe machen. In der Fischzucht kennen die Fische Menschen vor allem, weil sie Futter ins Wasser werfen. Entsprechend leichter sind besetzte Bachforellen auch für den Fischer fangbar.

Anschleichen statt Anwaten

An Gewässern mit wild gewachsenen Bachforellen sollte man deshalb alle nur denkbaren Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Das beginnt bei der Annäherung ans Wasser. Es sollte eher ein Anschleichen mit langsamen, bedächtigen Bewegungen sein. Die besten Fische stehen oft direkt am eigenen Ufer.
Ins Wasser sollte man nur gehen, wenn es gar nicht anders möglich ist. Wilde Fische erkennen auch an den Druckwellen im Wasser, daß etwas nicht stimmt.

Leerwürfe über dem Wasser sollten vermieden werden. Besser die Leerwürfe außerhalb des Sichtbereiches der Fische machen und erst mit finalen Würfen die Standplätze der Bachforellen anwerfen.

Daran denken, daß flüchtende Fische auch anderen Fische beunruhigen, selbst wenn diese den Fischer noch gar nicht wahrgenommen haben.

Können besetzte Fische wild werden?

Natürlich lernen auch besetzte Bachforellen dazu, wenn sie lange genug überlebt haben. Wenn sie nicht ein Hochwasser weggespült hat, wenn die unerfahrenen Fische nicht leichte Beute von Prädatoren wurden, sie nicht in der Bratpfanne gelandet sind, mit nicht waidgerechtem Material zu Tode gedrillt wurden, oder an den Folgen einer längeren Fotosession verendeten.

Für die wenigen besetzten Bachforellen, die all das überlebt haben, gelten dann natürlich die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie für wild gewachsene Bachforellen.

Der entscheidende Unterschied

Für mich gibt es aber einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen Gewässern ohne Besatz und Gewässern mit Besatz:

Nur bei Gewässern mit reinen Wildfischen kann ich sicher sein, alles richtig gemacht zu haben. Daß es meine Erfahrungen und mein Können waren, die den Fisch überlistet haben.

Daß es eben keine unerfahrenen halb verhungerten Fische waren, die an den Haken gingen, die noch vor Kurzem in einem Teich ihre Runden gedreht haben und praktisch alles nehmen, das man ihnen so hinwirft.

Dankbarkeit und Demut

Klar, daß man nicht immer die Möglichkeit hat, seiner Passion in Gewässern mit reinen Wildfisch-Beständen nachzugehen. Mir geht es auch so, daß nur sehr wenige Reviere in meiner Nähe sind, die ganz ohne Besatzmaßnahmen bewirtschaftet werden und wo man Zugang hat.

Um so mehr freue ich mich auf die Tage im Jahr, an denen ich meine Leine auf echte wilde Fische entfalten darf. Wo jeder Fisch, den ich mit der künstlichen Fliege überzeugen kann, mir das Gefühl gibt, dass ich über die Jahre beim Fliegenfischen etwas gelernt habe.

Es gibt natürlich auch die Momente, wo die wilden Fische mir zeigen, daß ich nicht alles richtig gemacht habe und daß ich besser noch dazulernen sollte. Diese Momente vermitteln mir dann wieder das nötige Maß an Bescheidenheit und Selbstreflexion, das untrennbar mit dem Fliegenfischen verbunden sein sollte.

Permalink

Meine Magie des Fliegenfischens

Meine Magie des Fliegenfischens

Sepp Prantler Wie aus einem Golfplatz-Ausweichplan eine tiefe Leidenschaft wurde: Über die Faszination des Fliegenfischens, den Wert des Wildfischs und magische Momente.

Wie alles begann – und warum es kein Golf wurde

Am Anfang meiner Fliegenfischer-Karriere stand die Suche nach einer Beschäftigung, die mich vom alltäglichen beruflichen Stress für einige Stunden befreien konnte. Golfen stand erst mal ganz oben auf der Liste. Es war März und alle Golfplätze waren witterungsbedingt unbespielbar. Ein Fliegenfischerkurs war zeitlich früher umsetzbar. Was verhinderte, daß ich zum Golfer wurde.

Sepp Prantler in seinem Magischen Moment

Lehrjahre ohne Fisch

Die Anfänge meiner neuen Passion waren hart. Nach dem Kurs kaufte ich mir umgehend eine Jahreskarte an einem großen Voralpenfluß. Und fing erst mal … nichts! Das, obwohl ich drei bis vier Tage die Woche am Wasser war. Aber so konnte ich ganz entspannt die Zeit ohne den Störfaktor Fisch an der Leine nutzen, um das Werfen mit der Fliegenrute zu üben und ein Verständnis für das Leben am und im Wasser entwickeln.

Irgendwann war der Bann gebrochen und es verfingen sich erst einzelne und schön langsam immer öfter Forellen und Äschen an meinen Fliegen.

Das mit dem Abschalten funktionierte ganz hervorragend. Schon beim Einpacken der Ausrüstung ins Auto war der Alltagsstress meist vollständig verflogen. Am Wasser war ich sowieso beschäftigt und die damit verbundenen Erlebnisse wirkten noch lange nach, als ich längst wieder zu Hause war.

Von der Nymphe zur Trockenfliege – mein Weg zu den Fischen

Anfangs fischte ich gerne mit allem, was man so probieren kann: Nymphe, Streamer, Naß- und Trockenfliege. Meist kam aber die Nymphe an das Vorfach. Und ich wollte auf alle möglichen Arten fischen: Forellen, Äschen, Lachs, Meerforelle, Huchen, Steelhead, Barsch, Hecht und was sonst nicht noch alles. Bevorzugt in den Fließgewässern. Die großen „Wasserlatschen“ wie Seen oder das Meer schaue ich mir lieber bei einem gepflegten Drink von der Terrasse eines Cafe´s an.


Das mit den Lachsen, Meerforellen, Huchen und Steelhead funktionierte erstaunlich gut, hatte da wahrscheinlich einfach unglaublich viel Glück. Aber mehr und mehr kristallisierte sich für mich heraus, daß das Fliegenfischen auf Forellen und Äschen meine wirkliche Leidenschaft ist. Die Werferei mit schwerem Gerät und riesigen Fliegen macht mir einfach weniger Spaß, als der Umgang mit den wesentlich leichteren Fliegenruten für Forellen und Äschen.

Eins mit der Weltkugel

Schon zu Beginn meines Fliegenfischer-Lebens öffneten sich meine Sinne, konnte ich die Verbundenheit über Rute, Leine und Fliege in das mystische Element Wasser förmlich spüren. Das Schwingen der Leine entwickelte sich für mich wie eine Art Meditation.

Mein geschätzter Freund Albert Pesendorfer, Obmann der Freunde der Gmundner Traun“, drückte es so aus:

„Beim Werfen der Schlaufe bist Du Eins mit der Weltkugel.“ Treffend formuliert, lieber Albert!

Fischwasser in der Ferne

Auch in die Ferne trieb es mich fischend. Nach Irland, Schweden, England, Italien, Slowenien, Korsika, Südfrankreich, Spanien, USA und Kanada. Alles mehr oder weniger reine Fischerei-Reisen. Oft alleine, manchmal von Freunden organisiert. Und auch da hatte ich meistens richtig viel Glück, daß die Bedingungen passten.

Mittlerweile mache ich solche reinen Fischer-Reisen nur mehr sehr selten. Das Fischer-Glück liegt oft näher, als man denkt.

Der Wert des Wildfischs

Anfangs war ich froh um jeden Fisch, der mir an die Leine ging. Daß das in den meisten Gewässern vor allem Besatzfische waren, beschäftigte mich nicht wirklich. Viele Fische fangen und möglichst große, fand ich einfach gut.

Auch da gab es eine Reihe von Entwicklungsstufen, die ich durchgemacht habe. Das hing überwiegend damit zusammen, daß ich mich immer mehr für den Gewässerschutz und den Erhalt natürlicher heimischer Fischbestände einsetzte.

Der Wert des Wildfisches gewann zunehmend an Bedeutung. Mittlerweile zählt für mich der Fang einer 25 Zentimeter langen wilden Forelle wesentlich mehr, als der Fang eines kapitalen Besatzfisches. Und lieber fange ich einen echten Wildfisch, als zehn Besatzfische.

Wild oder besetzt? – Warum der Unterschied zählt

Klar, daß auch Besatzfische dazu lernen, wenn sie intensiv befischt werden und lange genug im Gewässer überleben, damit sie Erfahrungen sammeln können. Aber Wildfische sind von Natur aus und immer ungleich scheuer und kritischer gegenüber den angebotenen Fliegen und dem Verhalten der Fischer am Wasser.

Mittlerweile sind Besatzfische auch nicht immer an verstümmelten Flossen erkennbar, da gibt es heutzutage optisch schöneres Besatzmaterial.
Beispiel Gewässer, an dem es sowohl selbst reproduzierende Wildfische gibt, als auch Fische, die besetzt werden:
Fängt man eine 40er-Bachforelle, kann man nicht wirklich sicher sein, ob diese kurz vorher besetzt wurde und der nahende Hungertod den Fisch die Fliege hat völlig unkritisch nehmen lassen, oder ob es sich um einen äußerst kritischen Wildfisch handelt, der nur auf die Fliege reagiert hat, weil der Fliegenfischer alles richtig gemacht hat. In solchen Gewässern kann man nur sicher sein, daß es sich um einen Wildfisch handelt, wenn man weiß, daß dieser kleiner ist, als die Besatzfische, die eingesetzt werden.

Leuchttürme der Bewirtschaftung ohne Besatz

Und eine 40er-Bachforelle wäre in den allermeisten Gewässern schon ein recht passabel großer Wildfisch, den man nicht regelmäßig fängt. Es gibt sogar viele Gewässer, in den eine Bachforelle in dieser Größe natürlicherweise als Kapital zu bezeichnen wäre.


In einem Gewässer, das nicht besetzt wird, gibt es halt nur Wildfische und bei jedem Fisch, den man an den Haken bringt, muss der Fischer alles richtig gemacht haben. Manchmal kommt es mir beim Trockenfliegenfischen so vor, daß Fische die Fliege nur wegstoßen oder mir verächtlich mit der Schwanzflosse winken, wenn sie den Betrug mit der künstlichen Fliege erkannt haben.


Um so besser, daß langsam ein Umdenken bei einzelnen Gewässerbewirtschaftern Einzug hält. Vorreiter für diese beispielhafte Art der Bewirtschaftung ohne Besatz ist sicher der Verein „Die Bewirtschafter“, der von engagierten Fischereibiologen gegründet wurde. Diese bewirtschaften seit langen Jahren die Ois, den Kleinen Kamp und ein Stück der Ybbs bei Amstetten. Sie beweisen damit, daß selbst in Zeiten eines hohen Prädatorendrucks durch Vögel und Otter hervorragende Wildfischbestände aufgebaut und erhalten werden können.

Der Präsident des Österreichischen Fischereiverbandes, Gert Gradnitzer, demonstriert mit seiner Strecke an der Möll, daß selbst an einem Revier, das von fünf Kraftwerken beeinflußt wird, ein super Wildfischbestand aufgebaut werden kann.

Oberhalb von Aigen/Schlägl bewirtschaftet sogar ein Tourismusverband eine Strecke der Großen Mühl seit langen Jahren ohne Besatz. Fast wie an einem Kreidefluss fühlt man sich da, wenn man auf die naturgewachsenen wunderschönen Bachforellen fischt.

Und auch „Fliegenfischen mit Herz“ zeigt an der Steinberger Ache, daß gute und rein natürliche Bachforellen-Bestände keine Utopie sind, sondern praktische Realität.

Tolle Initiativen wie der vom ehemaligen ÖSV-Präsidenten Peter Schröcksnadel gegründete River and Nature Trust (RNT) unterstützen die Arbeit hin zu natürlichen Wildfischbeständen wirkungsvoll. Mit seiner Erfahrung im Umgang mit den Medien gelingt es Schröcksnadel immer wieder wirkungsvoll, dieses wichtige Thema präsent zu halten.
Schön, daß es solche Ausnahmegewässer als Leuchttürme erfolgreich gelebter Bewirtschaftung ganz ohne Besatz gibt. Und noch schöner ist es, daß alle diese Gewässer für verantwortungsvolle Fliegenfischer zugänglich sind.

Meine magischen Momente beim Fliegenfischen sind, wenn ich an solchen Gewässern fischen darf.

Meine magischen Momente

Wenn ich am Wasser an einem Zug unter mir steigende Fische ausmachen kann. Mich diesem Zug trotz fehlender Deckung vorsichtig nähere, die Leine so in die Luft bringe, so werfe, daß die steigenden Fische nicht verscheucht werden und es mir vielleicht sogar noch gelingt, einen dieser scheuen und wundschönen wilden Bachforellen an den Haken zu bringen. Was nicht immer so glatt läuft.

Dann fühle ich mich mitten in der Natur. Als Teil eines Ganzen, bei dem die scheinbare Grenze der Wasseroberfläche aufgelöst wird. Unfassbar tiefe Zufriedenheit durchströmt mich in solchen Momenten.

Permalink

Das Wasser steigt, damit auch die Beisslaune?

Das Wasser steigt, damit auch die Beisslaune?

Julian Huber Abflussregime verstehen und besser fischen!

Ein Blick auf Inn, Steinberger Ache und Große Mühl im April

Wer Ende April am Inn im Tiroler Unterland steht, sieht vor allem eines: milchig-trübes Wasser. An der Großen Mühl im Böhmerwald dagegen fließt das Wasser teefarbig-klar über Granitblöcke, und an der Steinberger Ache kämpft sich gerade die Schneeschmelze durch. Drei Gewässer, drei völlig verschiedene Bilder – und das hat System. Die Art, wie ein Fluss im Jahresverlauf Wasser führt, nennt die Hydrologie das Abflussregime. Und dieses Regime bestimmt nicht nur, ob was man unterwasser erkennen kann, wie gut sich waten lässt, sondern auch, welche Fliege fängt.

Die drei Grundtypen: Gletscher, Schnee und Regen

Das Abflussregime eines Fließgewässers wird im Wesentlichen dadurch bestimmt, woher das Wasser kommt – und wann es ankommt (Jungwirth et al. 2003, S. 59ff; Mader et al. 1996). Die Klassifikation unterscheidet drei Grundtypen, die sich in der Praxis oft mischen:

Glaziales Regime – der Gletscher bestimmt den Takt

Reicht das Einzugsgebiet bis in vergletscherte Zonen, wird das Abflussgeschehen von der Eisschmelze dominiert. Schnee und Eis werden zunächst gespeichert und gelangen erst mit Wochen bis Monaten Verzögerung als Schmelzwasser ins Gewässer. Die Folge ist ein typischer Jahresgang mit sehr niedrigen Abflüssen im Winter (Dezember–März) und einem markanten Maximum im Juli/August, synchron mit den höchsten Lufttemperaturen. Im Frühling steigt der Abfluss langsam, aber stetig – und mit ihm die Trübe, denn das Gletscherschmelzwasser transportiert feinste mineralische Schwebstoffe, die sogenannte Gletschermilch.

Der Inn ist ein Paradebeispiel: Sein Einzugsgebiet reicht von den Gletschern der Ötztaler und Stubaier Alpen bis in die Kalkalpen. Im Vergleich zu anderen rechtsufrigen Donauzubringern hat er eine besonders hohe Schwebstoffführung, bedingt durch die glaziale Prägung und die heterogene Geologie seines Einzugsgebiets (Kern 1994; Jungwirth et al. 2003, S. 66).

Nivales Regime – die Schneeschmelze gibt den Rhythmus vor

Liegt das Einzugsgebiet unterhalb der Gletscherzone, aber in Höhenlagen mit winterlicher Schneedecke, wird der Abfluss primär durch die Schneeschmelze gespeist. Das Maximum liegt typischerweise im Mai oder Juni – also deutlich früher als beim glazialen Typ. Im April befinden wir uns hier oft mitten im Anstieg: Die Tagestemperaturen reichen aus, um Schneepakete aufzulösen, nachts friert es wieder. Das Wasser ist kühler als beim glazialen Typ, aber ebenfalls erhöht und kann nach warmen Tagen schnell anschwellen.

Typische Vertreter dieses Regimes sind mittelgroße Alpenflüsse und -bäche, deren Einzugsgebiet zwischen ca. 1.500 und 2.800 m Seehöhe liegt – also unterhalb der Gletschergrenze, aber mit verlässlicher Schneebedeckung. Die österreichische Klassifikation nach Mader et al. (1996) unterscheidet hier weiter in nivalgemäßigt nival und nivo-glazial als Übergangsform.

Pluviales Regime – Regen bestimmt den Wasserstand

Gewässer, die aus Gebieten ohne nennenswerte Schneebedeckung oder Vergletscherung gespeist werden, folgen direkt dem Niederschlagsgeschehen. Der Abfluss schwankt hier stärker kurzfristig (einzelne Regenereignisse), aber der Jahresgang zeigt kein so klares, saisonales Muster wie bei den schneeschmelze-dominierten Typen. Im mitteleuropäischen Kontext liegt das Abflussmaximum oft im Winter oder Frühling, wenn die Verdunstung gering ist und die Böden gesättigt sind. Im Sommer kann es dagegen bei hoher Verdunstung und Transpiration zu ausgeprägtem Niedrigwasser kommen (Jungwirth et al. 2003; Allan & Castillo 2007).

Mischformen sind die Regel

In der Praxis kommen reine Regime selten vor. Die meisten alpinen Flüsse zeigen Mischformen – etwa nivo-pluvial (Schneeschmelze dominiert, aber Regen spielt eine Rolle) oder glazio-nival (Gletscher plus Schnee). Die österreichische Klassifikation nach Mader et al. (1996) kennt insgesamt zehn Regimetypen, von rein glazial bis winterpluvial.

Drei Flüsse, drei Geschichten – der April im Vergleich

Inn im Tiroler Unterland: Glazio-nival, trüb und steigend

Der Inn bei Schwaz oder Wörgl ist im April ein Fluss im Übergang. Die winterlichen Tiefststände sind vorbei, die ersten warmen Tage lösen Schneepakete in mittleren Höhenlagen auf und mobilisieren Gletschersediment. Das Wasser ist merklich trüb – nicht schmutzig, sondern mineralisch eingetrübt durch Feinstpartikel. Diese Gletschermilch ist für Sichtjäger wie die Bachforelle eine echte Einschränkung: Die Fische können Beute nicht auf Distanz erkennen, sie verlassen sich stärker auf das Seitenlinienorgan (lateral line) und auf taktile Reize.

Für den Fliegenfischer heißt das: Trockenfliege ist aktuell wenig aussichtsreich. Die Sichttiefe reicht oft nicht aus, damit ein Fisch eine auf der Oberfläche treibende Fliege wahrnehmen kann. Gleichzeitig ist das Wasser noch deutlich unter 10 °C – die Fische sind metabolisch nicht auf Höchstleistung. Die Fliege muss runter zum Fisch, was auf Grund der starken Strömung meist nicht so leicht ist.

Steinberger Ache: Nival bis gemäßigt nival

Auch die Steinberger Ache folgt primär dem Schneeschmelze-Rhythmus. Im April ist sie noch erhöht, aber gut befischbar. Das Wasser ist klarer als am Inn, aber trüber als an einem reinen Regenwasser-Fluss. Die tageszeitlichen Schwankungen durch Schneeschmelze sind spürbar: Morgens ist vom Wasserstand der beste Zeitpunkt, allerdings werden die Fische aus unserer Erfahrung meist eher gegen Mittag für ein-zwei Stunden richtig munter.

Große Mühl (Böhmerwald/Mühlviertel): Pluvio-nival bis pluvial

Die Große Mühl ist ein ganz anderer Gewässertyp. Sie entspringt im Granithochland des Böhmerwaldes – es gibt keine Gletscher, und die Schneebedeckung in den Lagen um 600–1.000 m ist im April meist schon abgeschmolzen. Das Wasser ist typisch teefarbig getönt, verursacht durch gelöste Huminstoffe aus den sauren Granitböden und Moorflächen (Bauernfeind & Humpesch 2001, S. 29). Der Abfluss folgt primär dem Niederschlag und der Schneeschmelze in moderaten Höhenlagen. Im April ist die Schneeschmelze hier meist abgeschlossen – der Fluss führt normales bis leicht erhöhtes Wasser und reagiert schnell auf Regenereignisse.

Das bedeutet: An der Großen Mühl ist der April einer der besten Monate für die Fliegenfischerei. Die Wassertemperaturen steigen in den günstigen Bereich (8–12 °C), und trotz der Braunwasser-Tönung ist die Sichttiefe deutlich besser als am Inn. Die Forellen können Oberflächennahrung wahrnehmen – und tun es auch, denn der Schlupf der Frühjahrs-Eintagsfliegen ist hier in vollem Gang.

Was bedeutet das für deine Fliegenbox? Muster im April

Die Wahl des richtigen Fliegenmusters ist im Frühling nicht nur eine Frage der Entomologie – sie hängt ganz direkt vom Abflussregime ab, weil dieses die Sichtbedingungen, die Wassertemperatur und die Aktivität der Fische bestimmt.

Am Inn (glazial, trüb, kalt): Streamer und schwere Nymphen

Wenn das Wasser trüb und kalt ist, sind laut Rosenbauer (2000) Streamer die erste Wahl: Ein Fisch, der Beute nicht auf Distanz sieht, reagiert auf Bewegung und Druckwellen. Muster mit Palmerhechel oder Hirschhaarkopf – ein Woolly Bugger in Größe 8–10 oder anderer Streamer – erzeugen Verdrängung im Wasser, den das Seitenlinienorgan der Forelle wahrnehmen kann (Rosenbauer 2000, S. 91). Farbe ist weniger wichtig als Präsenz; im trüben Wasser sind dunkle, kontrastreiche Muster (Schwarz, Oliv-Schwarz) oft besser als subtile Imitationen.

Alternativ: Schwere Nymphen, bodennah geführt. Steinfliegenimitationen in Größe 8–12 oder eine kräftige Gold Ribbed Hare’s Ear mit Tungsten-Kopf. Die Fliege muss dorthin, wo die Fische stehen – nahe am Grund, in strömungsberuhigten Taschen.

An der Steinberger Ache (nival, steigend, bedingt klar): Nymphen mit Flashback

Die bessere Sichttiefe erlaubt hier differenziertere Taktiken. Nymphen mit etwas Glanz – ein Flashback Pheasant Tail oder eine Lime Thorax Hares Ear – haben gestern gut funktionert. Der Glanz immitiert die Gasblasen, die schlüpfende Insekten oft  unter der Hautoberfläche entwickeln (Rosenbauer 2000, S. 164). Diese Flash-Materialien ziehen das Auge eines Fisches aus größerer Distanz an als mattes Material.

Morgens, wenn die Schneeschmelze noch nicht eingesetzt hat und das Wasser am klarsten ist, kann auch eine vorsichtig gefischte Trockenfliege funktionieren – Rhithrogena gratianopolitana, die Neglected March Brown, schlüpfte am Inn-System im Raum Innsbruck auch in größeren Mengen und ist von März bis Mitte April aktiv (Bauernfeind & Humpesch 2001, S. 73–74). Die Schlupfphasen sind kurz und explosionsartig, oft um die Mittagszeit, und die klassische March Brown Imitation in Größe 12–14 ist genau das richtige Muster.

Auch Baetis rhodani (Large Dark Olive) ist im April an diesen Gewässern präsent und schlüpft bei kühlem, sogar regnerischem Wetter bevorzugt mittags. Eine Olive Dun in Größe 16 oder ein entsprechendes CDC-Muster ist ein verlässlicher Begleiter.

An der Großen Mühl (pluvial, klar, Braunwasser): Trockenfliegen und Nassfliegenswing

Hier ist die Situation am günstigsten. Die Große Mühl gehört zum Gewässertyp der Hochlandbäche mit Granituntergrund, saurem pH und teefarbiger Tönung (Bauernfeind & Humpesch 2001, S. 29). Das Insektenleben ist grundsätzlich ärmer als in den kalkreichen Alpenflüssen – Steinfliegen sind hier oft häufiger als Eintagsfliegen – aber gerade im Frühling schlüpfen Baetis rhodani und B. vernus zuverlässig, etwas später auch Rhithrogena semicolorata (Olive Upright).

Im nördlichen Mühlviertel wurde zudem Rhithrogena hercynia nachgewiesen – eine nahe Verwandte der Märzbraunen mit sehr früher Flugzeit, allerdings meist in geringer Individuendichte (Bauernfeind & Humpesch 2001, S. 74).

Die Fische in diesen nahrungsärmeren Gewässern können sich keine Selektivität leisten: Sie fressen, was halbwegs essbar aussieht (Rosenbauer 2000, S. 80). Eine gut sichtbare Trockenfliege – ein Parachute Adams in Größe 14–16, ein Griffith’s Gnat, oder eine March Brown Soft Hackle im Nassfliegenswing – deckt hier das meiste ab.

Das Regime lesen: Praktische Tipps

Das Abflussregime deines Gewässers zu kennen, hilft dir konkret:

Tagesplanung. An nival und glazial geprägten Gewässern ist der Morgen dein Freund: Die Schneeschmelze hat noch nicht eingesetzt, der Wasserstand ist am niedrigsten, die Sichttiefe am besten. Am Nachmittag kann derselbe Bach unfischbar sein. Der Innere Ruetzbach im Stubaital, kann beispielsweise im Frühjahr sehr schwanken. An pluvialen Gewässern wie der Großen Mühl spielt die Tageszeit weniger Rolle – hier reagiert der Pegel auf Regenereignisse, nicht auf die Tagestemperatur.

Saisonplanung. Glaziale Gewässer wie der Inn sind im Hochsommer (Juli/August) am stärksten getrübt und geführt – genau dann, wenn die meisten Fischer Urlaub machen. Die besten Fenster liegen im Spätherbst (Oktober/November, nach dem Abklingen der Schneeschmelze) und im Vorfrühling (März, vor dem Einsetzen der Gletscherschmelze). Nivale Bäche haben ihr Hochwasser im Mai/Juni und sind im Hochsommer oft auf Niedrigwasser mit Idealtemperaturen. Pluviale Gewässer sind am verlässlichsten ganzjährig befischbar.

Fliegenwahl. Das Regime bestimmt die Sichtbedingungen, die Sichtbedingungen bestimmen die Taktik: Trübes Wasser → Streamer, große Nymphen, viel Bewegung. Klares Wasser → feinere Imitationen, Dry-Dropper-Setups, Swing-Techniken. Kaltes Wasser (< 10 °C) → langsame Führung, tiefe Präsentation. Die ökologische Bedeutung des Abflussregimes geht dabei weit über die Fischerei hinaus: Es steuert die Laichplatz-Verfügbarkeit, die Jungfisch-Habitate und die Dynamik der Ufervegetation (Jungwirth et al. 2003, S. 64).

Quellen

  • Allan, J. D. & Castillo, M. M. (2007): Stream Ecology – Structure and Function of Running Waters. 2. Aufl. Springer.
  • Bauernfeind, E. & Humpesch, U. H. (2001): Entomologie für Fliegenfischer. Verlag Eugen Ulmer.
  • Jungwirth, M., Haidvogl, G., Moog, O., Muhar, S. & Schmutz, S. (2003): Angewandte Fischökologie an Fließgewässern. Facultas UTB, Wien.
  • Kern, K. (1994): Grundlagen naturnaher Gewässergestaltung. Springer.
  • Mader, H., Steidl, T. & Wimmer, R. (1996): Abflussregime österreichischer Fließgewässer. Umweltbundesamt Monographien, Band 82. Wien.
  • Rosenbauer, T. (2000): The Orvis Guide to Prospecting for Trout. Lyons Press, New York.

Permalink

Revier Steinberger Ache – Drei Strecken, ein Lebensraum

Revier Steinberger Ache – Drei Strecken, ein Lebensraum

Julian Huber Die Steinberger Ache beherbergt durch seine Geografie in drei isolierte Teilpopulationen autochthoner Bachforellen.

Die Steinberger Ache ist ein alpiner Wildbach im Tiroler Kalkstein und beheimatet eine der wenigen weitgehend autochthonen Bachforellenpopulationen der Region. Das Revier gliedert sich in drei Strecken, die durch einen Wasserfall sowie einer Sohlschwelle voneinander getrennt sind. Diese Topographie nutzen wir in unserer Bewirtschaftungsphilosophie in der wir die Populationsgenetik, Fischereidruck und die Eigenheiten alpiner Salmoniden zusammen denken.

Dieser Beitrag erklärt, warum wir das Revier so führen, wie wir es führen – und nimmt euch mit auf jede der drei Strecken. Wer am Ende keine Lust hat, eine Rute zu schnüren, dem ist nicht zu helfen.

Drei Strecken, ein Kontinuum – die Logik dahinter

Aus fischökologischer Sicht ist ein Fließgewässer ein vierdimensionales System: längs , quer , vertikal und über die Zeit. Das bedeutet für uns, dass wir den die Ache beim befischen in vier Richtungen zerlegen müssen:

  • Fluss-auf und -ab: Wo halten wir an, weil wir hier Bachforellen vermuten?
  • Von den Überflutungsflächen zur Mitte: oft übersehen wir die guten Standplätze direkt am Ufer
  • Präsentieren wir unsere Trockenfliege an der Oberfläche oder greifen wir lieber zur Nymphe?
  • Wann gehen wir überhaupt fischen? Passend dazu mein Beitrag zum Abflussregime.

Wie gut es der Bachforelle in gestreckten Oberläufen geht, hängt dabei zentral von der longitudinalen Konnektivität zwischen Abschnitten ab – Wanderungen zwischen Sommer-, Winter- und Laichhabitaten sind bei ihr die Regel, nicht die Ausnahme (Jungwirth et al. 2003). Selbst stationäre Forellen wandern zur Laichzeit; ein Teil der Population, insbesondere größere Individuen, ist generell wanderungsaktiv. Damit sind insbesondere die gelegentlich auftretenden fischfressenden Individuen gemeint, die wird auch auf Streamer fangen können. Diese sich gerne verstecken und nur an und an auf der Suche nach Beute das Revier durchstreifen.

Diese Konnektivität ist in der Steinberger Ache teilweise natürlich, teilweise durch Bauwerke unterbrochen. In der Karte der oberen Strecke findet ihr eine Reihe von Staustufen eingezeichnet. Es gibt aber auch einige natürliche Hindernisse. Der Wasserfall im unteren Bereich ist für aufsteigende Fische unüberwindbar, ebenso der Wasserfall zwischen oberer Strecke und Jahreskartenstrecke. Das Resultat: drei natürlicher weise weitgehend isolierte Teilpopulationen, in denen ein Genaustausch nur flussabwärts – etwa bei Hochwasser – stattfinden kann.

Das kann auch unter natürlichen Bedingungen zu einem Problem werden. Für den langfristigen Erhalt einer genetisch gesunden Population gilt seit Franklin (1980) die 50/500-Regel: mindestens 50 effektiv fortpflanzungsfähige Individuen kurzfristig, mindestens 500 langfristig, um genügend genetische Variabilität zu bewahren. Für Fischpopulationen in dynamischen Fließgewässern werden eher Werte um 1000 Individuen diskutiert, weil Katastrophenhochwasser oder lange Trockenperioden ganze Abschnitte entvölkern können. Zwischen Teilpopulationen gilt heute ein Bereich von 1–10 Migranten pro Generation als populationsgenetisches Minimum (Jungwirth et al. 2003). Das erklärt auch das Problem mit künstlichen Verbauungen. Eine Hand voll natürlicher Wasserfälle auf vielen kilometern Fischwasser, lässt gesunde Teilpopulationen zu. Eine Serie von zehn Querbauwerken auf zwei Kilometern bietet zwar viele Standorte für gut abwachsende Forellen, ist langfristig nicht selbst-erhaltend.

Drei Strecken bedeuten also: drei Subpopulationen, jede für sich an der Untergrenze dessen, was als nachhaltig gilt. Unsere Bewirtschaftung ist der Versuch, dieser Gegebenheit mit aktivem Management zu begegnen – ohne der Versuchung des Besatzes nachzugeben, der die genetische Integrität sofort kompromittieren würde. Kreuzungen mit standortfremden Fischen können zu Verlust lokaler Anpassung, reduzierter Reproduktivität und erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen (Weiss & Schmutz 1999, ref. in Jungwirth et al. 2003).

Die Jahreskartenstrecke – Rückzug im Zauberwald

Die Steinberger Ache ist ein alpiner Wildbach im Tiroler Kalkstein und beheimatet eine der wenigen weitgehend autochthonen Bachforellenpopulationen der Region. Das Revier gliedert sich in drei Strecken, die durch einen Wasserfall sowie eine Sohlschwelle voneinander getrennt sind. Diese Topographie nutzen wir in unserer Bewirtschaftungsphilosophie in der wir die Populationsgenetik, Fischereidruck und die Eigenheiten alpiner Salmoniden zusammen denken.

Dieser Beitrag erklärt, warum wir das Revier so führen, wie wir es führen – und nimmt euch mit auf jede der drei Strecken. Wer am Ende keine Lust hat, eine Rute zu schnüren, dem ist nicht zu helfen.

Drei Strecken, ein Kontinuum – die Logik dahinter

Aus fischökologischer Sicht ist ein Fließgewässer ein vierdimensionales System: längs , quer , vertikal und über die Zeit. Das bedeutet für uns, dass wir den die Ache beim befischen in vier Richtungen zerlegen müssen:

  • Fluss-auf und -ab: Wo halten wir an, weil wir hier Bachforellen vermuten?
  • Von den Überflutungsflächen zur Mitte: oft übersehen wir die guten Standplätze direkt am Ufer
  • Präsentieren wir unsere Trockenfliege an der Oberfläche oder greifen wir lieber zur Nymphe?
  • Wann gehen wir überhaupt fischen? Passend dazu mein Beitrag zum Abflussregime.

Wie gut es der Bachforelle in gestreckten Oberläufen geht, hängt dabei zentral von der longitudinalen Konnektivität zwischen Abschnitten ab – Wanderungen zwischen Sommer-, Winter- und Laichhabitaten sind bei ihr die Regel, nicht die Ausnahme (Jungwirth et al. 2003). Selbst stationäre Forellen wandern zur Laichzeit; ein Teil der Population, insbesondere größere Individuen, ist generell wanderungsaktiv. Damit sind insbesondere die gelegentlich auftretenden fischfressenden Individuen gemeint, die wird auch auf Streamer fangen können. Diese sich gerne verstecken und nur an und an auf der Suche nach Beute das Revier durchstreifen.

Diese Konnektivität ist in der Steinberger Ache teilweise natürlich, teilweise durch Bauwerke unterbrochen. In der Karte der oberen Strecke findet ihr eine Reihe von Staustufen eingezeichnet. Es gibt aber auch einige natürliche Hindernisse. Der Wasserfall im unteren Bereich ist für aufsteigende Fische unüberwindbar, ebenso der Wasserfall zwischen oberer Strecke und Jahreskartenstrecke. Das Resultat: drei natürlicher weise weitgehend isolierte Teilpopulationen, in denen ein Genaustausch nur flussabwärts – etwa bei Hochwasser – stattfinden kann.

Das kann auch unter natürlichen Bedingungen zu einem Problem werden. Für den langfristigen Erhalt einer genetisch gesunden Population gilt seit Franklin (1980) die 50/500-Regel: mindestens 50 effektiv fortpflanzungsfähige Individuen kurzfristig, mindestens 500 langfristig, um genügend genetische Variabilität zu bewahren. Für Fischpopulationen in dynamischen Fließgewässern werden eher Werte um 1000 Individuen diskutiert, weil Katastrophenhochwasser oder lange Trockenperioden ganze Abschnitte entvölkern können. Zwischen Teilpopulationen gilt heute ein Bereich von 1–10 Migranten pro Generation als populationsgenetisches Minimum (Jungwirth et al. 2003). Das erklärt auch das Problem mit künstlichen Verbauungen. Eine Hand voll natürlicher Wasserfälle auf vielen kilometern Fischwasser, lässt gesunde Teilpopulationen zu. Eine Serie von zehn Querbauwerken auf zwei Kilometern bietet zwar viele Standorte für gut abwachsende Forellen, ist langfristig nicht selbst-erhaltend.

Drei Strecken bedeuten also: drei Subpopulationen, jede für sich an der Untergrenze dessen, was als nachhaltig gilt. Unsere Bewirtschaftung ist der Versuch, dieser Gegebenheit mit aktivem Management zu begegnen – ohne der Versuchung des Besatzes nachzugeben, der die genetische Integrität sofort kompromittieren würde. Kreuzungen mit standortfremden Fischen können zu Verlust lokaler Anpassung, reduzierter Reproduktivität und erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen (Weiss & Schmutz 1999, ref. in Jungwirth et al. 2003).

Die Jahreskartenstrecke – Rückzug im Zauberwald

Oberhalb des Wasserfalls und des Stollenlochs auf der Straße beginnt unser genetisches Reservoir. Mal klammartig in eingegrabenen Felsschluchten, mal entspannt durch einen Wald, in dem das Licht durch Moose und Flechten fällt, als hätte jemand Wasserfarbe ins Tageslicht gemischt – der Zauberwald macht seinem Namen Ehre.

Diese Strecke ist Guidings und Jahreskartenfischern vorbehalten. Der Druck ist gering, die Forellen entsprechend wenig gestört. Hier laichen die Mütter; die kleinen Zubringerbäche fungieren als klassische Kinderstube – Befunde von Bembo et al. (zit. in Jungwirth et al. 2003) zeigen, dass solche Zubringer das Jungfischaufkommen im Hauptgewässer überhaupt erst tragen, weil dort die Juvenilen schlüpfen und oft erst nach dem ersten Jahr abwandern.

Fischereilich ist die Jahreskartenstrecke kein Forderungs-, sondern ein Geduldsrevier. Die Hotspots sind kleine, tiefere Kolke (Pools), oft kaum größer als eine Badewanne, manchmal eingerahmt von Totholz oder einem hängenden Felsblock. Anschleichen ist hier nicht Stilfrage, sondern Voraussetzung: Wer die Pirsch im Kopf nicht ernst nimmt, fischt nur über bereits gewarnte Fische oder leeren Wasser. Tiefe Profile, kurze Würfe, Trockenfliege oder kleine Nymphe – mehr braucht es selten.

Die obere Strecke – wo das Tal atmet

Oberhalb des Parkplatzes an der Brücke weitet sich das Tal. Die Steinberger Ache verliert ihre alpine Enge, mäandriert flacher, sucht sich Bahn zwischen lichten Schotterbänken und Schwemmkegeln. Auf dieser Strecke verkaufen wir auch Tageskarten – sie ist die zugänglichste der drei und doch alles andere als einfach.

Diese Strecke wird nicht besetzt. Die Bestandsdichte ist allein durch natürliche Reproduktion gegeben. Fische stehen wo Wasser tiefer wird oder wo ein einzelner Block einen Standplatz erzeugt. Auch unter den oben angesprochenen Querbauwerken finden sich gute Pools.

In den flachen Bereichen ist es besonders wichtig, das Wasser zu lesen. Glatte Oberflächen in den Riffeln, Übergänge am Ende einer schnellen Rinne, das ruhige Polster hinter einem Felsbrocken. Diese Mikrostrukturen wollen präzise angeworfen werden. Oft sind einem nur ein Augenblick dragfreie Drift vergönnt, bevor eine Querströmung die die Schnur erfasst. Viele präzise Präsentationen und Strecke machen sind hier das Mittel der Wahl. Trotz dieses schnellen Fischens sollte man sich auf leisen Sohlen bewegen. Eine Bachforelle, die einmal Schritte gespürt hat, ist für eine Stunde verloren.

Die untere Strecke – tiefe Züge, Felswände, Geheimnisse und die Tiroler Urforelle

Trotz hohem Freizeitdruck und einem Badestrand im Sommer zeigen unsere Elektrobefischungen in der unteren Strecke konsistent eine sehr hohe Fischdichte. Wer die Erwartung „viel los am Wasser = wenig Fisch" mitbringt, wird hier eines Besseren belehrt.

Flussab werden die Züge tiefer. Wo das Wasser gegen Felswände prallt und sich in dunkle Kolke schraubt, müssen die größten Forellen des Reviers stehen. Wir sehen sie gelegentlich. Wir fangen sie selten. Genau das ist Teil der Faszination.

Hier weichen wir bewusst von unserer sonstigen Besatzphilosophie ab. Wir sind keine Dogmatiker: Ein gewisser Genaustausch ist insbesondere wegen des unterbrochenen Kontinuums notwendig. Ungünstig wäre es aber, wenn aus unteren Revieren unten Besatzforellen mit ortsfremden Genen einwandern und sich mit unseren Tieren vermischen. Hybridisierung, vorallem mit Zuchstämmen, kann zu Verlust lokaler Anpassung, geringerem Wachstum und höherer Anfälligkeit für Krankheiten und Parasiten führen.

Unser Besatz im unteren Teil dieser Stelle ist deshalb klein, gezielt und genetisch korrekt: Tiroler Urforelle aus der Fischzucht Thaur. Diese geht auf Linien der Donaustämmigen Bachforelle zurück, die seit dem mittelalter in Refugien isoliert von atlantischen Besatzforellen überlebt haben. Hiervon setzen wir einige hundert einsömmrige Exemplare.

Die Logik dahinter: Möglichst kleine, möglichst zahlreiche Tiere geben der natürlichen Selektion das letzte Wort. Es setzen sich jene durch, die ans Gewässer am besten angepasst sind – nicht jene, die in der Zucht groß geworden sind. So wird der lokale Genpool mit dem passendsten Material aufgefrischt, ohne dominiert zu werden.

Aktiver Genaustausch – wenn Mütter umziehen

Jeder Besatz ist ein doppeltes Risiko: genetisch (Verdünnung oder Verschiebung) und sanitär (Einschleppung von Krankheiten und Parasiten). Letzteres ist in einem Revier mit drei isolierten Teilpopulationen besonders heikel, da unsere Populationen durch ihre Isolation bisher auch keine Resistenzen aufbauen konnten. Hier bringt uns die Kontinuums-Unterbrechung aber auch einen Vorteil: Eine Krankheit, die in der unteren Strecke ausbricht, kann den Wasserfall nicht überwinden. Die obere Strecke und das genetische Reservoir bleiben passiv geschützt.

Diesen passiven Schutz nutzen wir – aber wir lassen die oberen Teilpopulationen genetisch nicht verarmen. Etwa fünf bis zehn ausgesuchte, gesund wirkende, geschlechtsreife Forellen versetzen wir periodisch aus der unteren in die oberen Strecken. Das entspricht in Größenordnung dem populationsgenetisch empfohlenen Bereich von 1–10 Migranten pro Generation. Die größte, dichteste, durch Besatz geringfügig diversifizierte Population speist so kontrolliert die kleineren, isolierten – mit gesundem Material statt mit Zuchtfischen.

Was das Revier von euch verlangt

Drei Strecken, drei Stimmungen. Klamm und Zauberwald oben. Weites Schotterbett mit unerwarteten Tiefen in der Mitte. Tiefe, felsige Züge mit den großen Geheimnissen unten. Wer alle drei in einer Saison fischt, hat im Grunde drei verschiedene Reviere befischt – und versteht am Ende, warum Bachforellenbewirtschaftung mehr ist als Besatzkalender und Fangstatistik.

Was wir uns wünschen: Pirscht. Lest das Wasser. Geht respektvoll mit dem Catch-and-release um, wo es uns wichtig ist. Und kommt zurück.

Literatur

  • Allan, J.D. & Castillo, M.M. (2007): Stream Ecology. Structure and Function of Running Waters. 2. Aufl., Springer.
  • Behrendt, A. (1977): The Management of Angling Waters. André Deutsch, London.
  • Hao, F. & Chen, Y. (2009): The reproductive traits of brown trout (Salmo trutta fario L.) from the Yadong River, Tibet. Environ Biol Fish 86: 89–96. doi:10.1007/s10641-008-9363-5
  • Jungwirth, M., Haidvogl, G., Moog, O., Muhar, S., Schmutz, S. (2003): Angewandte Fischökologie an Fließgewässern. Facultas/UTB, Wien.

Permalink