Wer hinter Fair Fly steht
Fair Fly ist ein Selbsthilfeprojekt. Gegründet haben es Frauen, die sonst kaum eine Möglichkeit hätten, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Die Gruppe besteht aus etwa dreißig Frauen und wird zu 100 % von diesen Frauen unhierachisch geführt, verwaltet und der Gewinn untereinander fair verteilt . Wir übernehmen das Marketing und den Vertrieb in Europa und die Damen binden exklusiv für uns. Dafür haben wir ein Logo erstellt und versuchen Sie möglichst stark zu repräsentieren.
Das ist der entscheidende Punkt: Sie hängen an keinem Dritten. Sie legen ihre Arbeitsbedingungen selbst fest, sie organisieren ihre Produktion selbst, und sie bekommen für ihre Arbeit einen Preis, der diesen Namen verdient. Unsere Verpflichtungen ihnen gegenüber – faire Bezahlung, verlässliche Abnahme, aktive Kommunikation für ihre Initiative – haben wir in einer Absichtserklärung schriftlich festgehalten. Das Selbsthilfeprojekt hat uns im Gegenzug versichert, dass keine hierarchischen System entstehen und keine Kinderarbeit genutzt wird, was in diesem Umfeld leider immer noch häufig vorkommt.
Der Hintergrund dazu ist wenig romantisch. In Kenia arbeitet der weit überwiegende Teil der Menschen im informellen Sektor: ohne Vertrag, ohne soziale Absicherung, mit unregelmäßigem Einkommen. Junge Menschen und Frauen trifft das am härtesten – nicht, weil es keine Arbeit gäbe, sondern weil es kaum Arbeit gibt, von der man leben kann. Ein festes, faires Einkommen aus einer selbst kontrollierten Produktion ist in diesem Umfeld kein netter Bonus. Es ist der Unterschied.
Unsere Ansprechpartnerin ist Tochter eines Bindewerksleiters unter englischer Führung mit dem auch das Know-How nach Kenya kam. Sie ist kompromisslos in der Qualität und gibt uns auch immer wieder ehrliches Feedback. So wünschen wir uns manchmal mit der Lieferung ein spezielles Muster, müssen dann aber akzeptieren, dass Sie mache Muster nie auf einem falschen Haken oder mit einer falschen Hechel binden lassen würde.
Direkt statt über drei Ecken
Wir hätten es uns einfacher machen können. Fliegen aus Kenia gibt es auch über europäische Importeure – man bestellt, bekommt eine Rechnung, fertig. Wir wollten das nicht, weil bei diesem Weg niemand mehr sagen kann, was am Ende tatsächlich bei den Binderinnen ankommt.
Der direkte Weg war mühsam. Es hat gedauert, bis Kommunikation, Muster, Qualitätsabstimmung, Zoll und Logistik so liefen, dass beide Seiten damit planen können. Es gab Rückschläge, Missverständnisse und Sendungen, die länger unterwegs waren als geplant. Aber am Ende steht genau das, was wir wollten: eine direkte Geschäftsbeziehung, in der wir mit den Frauen reden, die unsere Fliegen binden. Nicht mit deren Zwischenhändler.
Warum uns das wichtig ist
Wer beim Fischen Verantwortung für einen Bestand übernimmt, kann sie beim Einkauf nicht einfach abgeben. Wir reden viel über wilde, sich selbst erhaltende Fischbestände, über wiederhakenlose Haken und darüber, dass man ein Gewässer so verlässt, wie man es vorfinden möchte. Es wäre reichlich verlogen, dieselbe Sorgfalt an der Ladentheke aufhören zu lassen und Fliegen einzukaufen, bei denen niemand weiß, unter welchen Bedingungen sie entstanden sind.
Fair Fly ist für uns deshalb kein Charity-Etikett auf der Verpackung, sondern die konsequente Fortsetzung von dem, was wir am Wasser predigen.
Was du als Angler davon hast
Handgebundene Fliegen sind keine Kompromisslösung – sie sind das Original. Was du bekommst:
- Wiederhakenlos ab Werk. Alle unsere Fliegen sind auf wiederhakenlosen Haken gebunden. Kein Andrücken mit der Zange, keine beschädigten Hakenspitzen.
- Doppelter Kopfknoten und freigestochene Öre. Dank fairer Preise herrscht kein Zeitdruck. Entsprechend bleibt Zeit für eine umfassende Qualitätskontrolle.
- Handarbeit mit konstanter Qualität. Die Frauen binden seit Jahren nach unseren Mustern. Diese haben sich bei uns und unseren Kunden im jahrelangen Einsatz bewährt. Was du nachbestellst, sieht aus wie das, was du schon in der Box hast.
- Fairer Preis auf beiden Seiten. Weil kein Zwischenhändler mitverdient, geht ein fairer Bindelohn nicht automatisch mit einem hohen Ladenpreis einher.
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Elk Hair Caddis Black
1,90 € -
Deer Hair Sedge Grey Red
1,90 € -
Minimal Pattern Sand Light Nymph
1,90 € -
FTS Huchenstreamer Grey
19,90 € -
Griffiths Gnat
1,90 € -
Black Pennell
1,90 € -
Marylins Emerger
1,90 € -
Gebirgssee Box
79,00 € -
Red Diptera
1,90 € -
Streakling Caddis Tan
1,90 €
Für Guides, Shops und Großhändler
Du bist Guide, betreibst einen Shop oder handelst mit Fliegen? Dann kannst du diesen Weg mitgehen, statt ihn selbst aufzubauen. Gerne stellen wir auch für euer Gewässer abgestimmte Boxen zusammen, die ihr dann vertreiben könnt.
Wir liefern unser Sortiment auch in größeren Mengen und binden auf Wunsch nach euren Mustern zum Spezialpreis. Preisliste, Mindestmengen und Lieferzeiten schicken wir dir auf Anfrage – formlos per Mail, ohne Vertriebs-Geplänkel.
→ Preisliste anfordern: fischen@ffmh.at
Jede zusätzliche Abnahme bedeutet dort planbare Arbeit. Das ist der ganze Mechanismus – es braucht keine Spende, es braucht Bestellungen.
Was noch fehlt
Ehrlich bleiben gehört dazu: Der Anfang ist gemacht, mehr aber auch nicht. Die längerfristigen Ziele der Gruppe sind eine eigene Schule und eine Unterkunft für alleinstehende Mütter. Bis dahin ist es noch ein gutes Stück Arbeit, und es wird nicht allein über Fliegenverkäufe gehen.
Die Zusammenarbeit läuft aber hervorragend an, und wir sind guter Dinge, dass wir auch diese Ziele gemeinsam erreichen.